23. Januar 2018

Chronischer Husten unbekannter Ursache

6 Therapieempfehlungen

Bei bis zu 5-10% der Patienten mit chronischem Husten lässt sich kein Auslöser feststellen. US-amerikanische Experten haben eine Leitlinie zur Behandlung ausgearbeitet. Lesen Sie hier die sechs wichtigsten Empfehlungen. (Lesedauer: 1 Minute)

Dieser Beitrag beruht auf der CHEST-Leitlinie und wurde von Christoph Renninger für Sie zusammengefasst.1

6 Empfehlungen des American College of Chest Physicians

1. Husten länger als 8 Wochen: Unerklärter chronischer Husten hält länger als acht Wochen an und kann nicht durch Untersuchungen und Therapieversuche nach den bestehenden Leitlinien erklärt werden.

2. Untersuchung auf bronchiale Hyperreagibilität und eosinophile Bronchitis: Es sollten Untersuchungen auf eine bronchiale Hyperreagibilität und eine eosinophile Bronchitis durchgeführt werden, alternativ ein Therapieversuch mit Kortikosteroiden.

3. Bei negativen Tests keine inhalativen Kortikosteroide: Fallen Tests auf bronchiale Hyperreagibilität und Eosinophilie (Sputum, Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft) negativ aus, sollten keine inhalativen Kortikosteroide verordnet werden.

4. Multimodaler logopädischer Therapieansatz: Bei unerklärtem Husten wird ein multimodaler logopädischer Therapieansatz empfohlen.

5. Gabapentin: Gabapentin kann als Therapie getestet werden, wenn die potenziellen Nebenwirkungen und das Nutzen-Risiko-Profil mit dem Patienten diskutiert und abgewogen wurden. Dabei sollte eine Neubewertung von Nutzen und Risiko sechs Monate nach Therapiebeginn erfolgen.

6. Keine Protonenpumpeninhibitoren, wenn keine GERD: Protonenpumpeninhibitoren sollten nicht verordnet werden, wenn Untersuchungen auf gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) negativ ausgefallen sind.

Gabapentin als Therapieoption

Die Expertengruppe wertete elf randomisierte Studien und fünf systematische Reviews mit einer großen Zahl an verschiedenen Interventionen aus. Positive Effekte auf die Lebensqualität bei Patienten mit chronischem Husten konnten für Gabapentin und Morphin gezeigt werden. Eine Therapieempfehlung sprechen die Experten jedoch nur für Gabapentin aus.

Liegen keine Kontraindikationen vor, kann mit einer Dosis von 300 mg am Tag begonnen werden, die langsam auf eine maximale Dosis von 1800 mg am Tag gesteigert werden kann.

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  1. Gibson P et al. Treatment of Unexplained Chronic Cough.CHEST Guideline and Expert Panel Report. CHEST 2016; 149(1): 27-44.

Bildquelle:(c) -istockphoto.com

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