31. Januar 2018

Alkohol: Moderater Konsum oder Abstinenz?

Es ist kein Geheimnis: Exzessiver Alkoholkonsum hat schwere Folgen für die Gesundheit und erhöht das Risiko für chronische Krankheiten. Doch muss es gleich Abstinenz sein oder ist moderater Genuss vielleicht sogar gesünder? (Lesedauer: 2 Minuten)

Dieser Beitrag beruht auf zwei Artikeln in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, die Christoph Renninger, coliquio-Redaktion, für Sie zusammenfasst.1,2

Über 40 Diagnosen im ICD lassen sich direkt auf Alkohol zurückführen, darunter mentale Störungen, Lebererkrankungen und die Degeneration des Nervensystems. Alkohol ist außerdem ein Risikofaktor für viele weitere Erkrankungen, darunter verschiedene Krebsarten.

In den meisten Fällen besteht ein direkter Zusammenhang: Je mehr getrunken wird, desto höher ist das Krankheitsrisiko und die Rate an Todesfällen.3 Bei den zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland 2015 steht etwa die Hälfte mit Alkohol in Zusammenhang.4

Sozialmediziner: “Alkoholabstinenz ist optimal”

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt in ihren 10 Regeln vor Alkoholkonsum angesichts dessen gesundheitlichem Risiko.5 Doch noch immer ist Deutschland ein Hochkonsumland (im Durchschnitt 9,6 Liter reiner Alkohol/Jahr), auch wenn die Menge im Vergleich zu den 1990er-Jahren abgenommen hat.6

Alkoholabstinenz sei deshalb optimal, so die Meinung des Sozialmediziners Prof. Dr. Ulrich John. Als risikoarm gilt eine Menge von 12 g bzw. 24 g Reinalkohol/Tag für Frauen bzw. Männer. Doch auch bei diesen Mengen, sollte mindestens zweimal wöchentlich auf Alkohol verzichtet werden.2

Moderater Konsum: Mehr Vorteile als Risiken

Auf der anderen Seite gibt es indes aus ernährungswissenschaftlicher Sicht auch Belege, dass eine mediterrane Kost sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, beispielsweise auf das kardiovaskuläre Risiko oder die Abnahme des Hirnvolumens. Neben Fisch, Gemüse und Olivenöl zählt auch das Glas Rotwein zum Essen dazu.

Eine Meta-Analyse konnte zeigen, dass Alkoholkonsum die kardiovaskuläre Sterblichkeit im Vergleich zu Nicht-Trinkern senkte. Das geringste Risiko für koronare Herzkrankheiten bestand bei moderatem Konsum (15-29 g Reinalkohol/Tag).7

Zwischen der Alkoholdosis und dem Krankheitsrisiko besteht ein J-förmiger Zusammenhang. Die Gesamtmortalität war bei leichtem Alkoholkonsum (14 g Reinalkohol/Tag) geringer als bei Abstinenz und steigt mit zunehmenden Konsum an, so das Ergebnis einer Studie mit fast 35.000 Teilnehmern.8

Das tägliche Glas Wein nützt der Gesundheit mehr als es schadet, lautet das Fazit des Ernährungswissenschaftlers Prof. Dr. Nicolai Worm. Dies bedeute aber nicht, dass man aus gesundheitlichen Gründen mit dem Trinken beginnen sollte.1

Bier, Wein oder Schnaps?

Der J-förmige Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und kardiovaskulärem Risiko bestätigte sich in mehreren Studien. Auch für Wein und Bier gibt es Hinweise auf vergleichbare Effekte. Für Spirituosen findet sich hingegen keine positive auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit.9

Die Art des alkoholischen Getränks wirkt sich auch unterschiedlich auf Emotionen aus, wie eine Umfrage unter fast 30.000 Teilnehmern zeigte. Bier führte bei den Befragten oft zu gesteigertem Selbstbewusstsein, Rotwein vor allem zu Entspannung, Schnaps hingegen machte vermehrt aggressiv.10

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