02. November 2018

Acetylsalicylsäure

6 Aktuelle Studien im Überblick

Zum Einfluss von Acetylsalicylsäure (ASS) auf kardiovaskuläre Erkrankungen oder Krebs gibt es verschiedene, teilweise widersprüchliche Studienergebnisse. Hier ein Überblick über aktuelle Erkenntnisse.

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Christoph Renninger

Nach einem ersten ischämischen Schlaganfall oder einer TIA, möchte man alles daran setzen, ein zweites, vielleicht folgenschweres Ereignis zu verhindern. Der lebenslange Schutz mit ASS gehört dazu. Sind duale Plättchenhemmung oder orale Antikoagulation möglicherweise noch erfolgreicher in der Sekundärprophylaxe?

Dazu wurden jetzt zwei große randomisierte klinische Studien im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Erfahren Sie hier mehr über die Ergebnisse der POINT-Studie und der NAVIGATE ESUS-Studie.1,2

Zahlreiche Patienten erhalten nach einem Herzinfarkt zum Schutz vor weiteren kardiovaskulären Ereignissen niedrig dosiertes ASS – bekannt als „Kardio-ASS“. Wer die Tablette eigenmächtig absetzt, muss mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall rechnen, wie eine schwedische Kohortenstudie jetzt gezeigt hat.3

Die Forscher werteten die Daten von über 600.00 Patienten aus. Lesen Sie hier mehr über die Risiken des eigenmächtigen Absetzens.

Die Einnahme von 75–100 mg ASS soll Risikopatienten vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen. Bei einem Gewicht über 70 kg reicht diese Dosis aber offensichtlich nicht aus, wie eine jetzt veröffentlichte Metaanalyse in der Fachzeitschrift „The Lancet“ zeigt.4 Lesen Sie mehr dazu hier.

Die Ergebnisse der ATACAS-Studie wurden mit großem Interesse erwartet: Die randomisierte Studie sollte Klarheit in der Diskussion bringen, ob die präoperative Gabe von ASS bei Patienten mit Koronarerkrankungen thrombotische Komplikationen verhindert und/oder das Blutungsrisiko steigert. Die Antwort liegt nun vor.5

Erfahren Sie hier die Details der ATACAS-Studie.

<sup>Ovarialkarzinom. Quelle: Albertinen-Diakoniewerk e.V.</sup>
Ovarialkarzinom. Quelle: Albertinen-Diakoniewerk e.V.

Die Einnahme von Acetylsalicylsäure könnte nicht nur vor Darmkrebs, sondern auch vor einem Ovarialkarzinom oder hepatozellulärem Karzinom (HCC) schützen. Darauf deuten zwei aktuelle Analysen der US-amerikanischen „Nurses’ Health Study“ und der Nachfolgestudie „Nurses’ Health Study II“. Beide Studien wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ veröffentlicht.6,7

Die beiden prospektiven Kohortenstudien mit mehr als 200.000 Teilnehmerinnen kommen zu dem Ergebnis, dass ASS auch vor einem Ovarialkarzinom und einem hepatozellulären Karzinom schützen könnte. Erhalten Sie hier mehr Informationen zur präventiven Wirkung von ASS.

Wenn Männer zur kardiovaskulären Prophylaxe täglich ASS einnehmen, sollten sie regelmäßig zum Hautkrebsscreening.  Nach einer US-amerikanischen Kohortenstudie ist ihr Risiko für ein malignes Melanom deutlich erhöht.8 Lesen Sie hier mehr über die Zusammenhänge von ASS und Hautkrebs.

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