25. Oktober 2019

Zeitumstellung: 7 Behauptungen im Check

Die Winterzeit steht bevor und damit nehmen Diskussionen über Nutzen und Schaden der Zeitumstellung wieder Fahrt auf. Doch welche Behauptungen zur Zeitumstellung treffen auch tatsächlich zu?

Lesedauer: 2,5 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Wochenlange Erholung nötig

Behauptung: Man braucht Wochen, um sich von der Zeitumstellung zu erholen.
Bewertung:
Trifft nur auf manche Menschen zu.

Fakten: Wissenschaftler beschäftigen sich seit Langem mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Zeitumstellung – vor allem mit der Umstellung auf die Sommerzeit. Bis vor gut zehn Jahren kamen so gut wie alle Studien zu dem Ergebnis: Probleme wie Schlafstörungen seien spätestens innerhalb von ein bis zwei Wochen behoben. In der jüngeren Forschung gibt es jedoch Hinweise, dass sich der biologische Rhythmus bei manchen Menschen etwas langsamer harmonisiert – so eine Meta-Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag aus dem Jahr 2016.

Der Zeitsprung unterbricht die Anpassung an die jahreszeitlich bedingten Veränderungen. „Durch die Umstellung wird man gezwungen, das Aufwachen um eine Stunde vor oder nach hinten zu verschieben. Deshalb gerät die Harmonie zwischen dem Äußeren und der inneren Uhr durcheinander”, erklärt Gregor Eichele, Leiter der Abteilung Gene und Verhalten am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Er beschäftigt sich damit, wie Moleküle den biologischen Rhythmus beeinflussen. Die Stunde Verschiebung werde besonders von den Menschen bemerkt, die einen regelmäßigen Schlafrhythmus hätten, so Eichele. Die innere Uhr des Menschen lässt viele Prozesse in Zyklen von rund 24 Stunden ablaufen – etwa Veränderungen der Körpertemperatur und des Blutdrucks, die Ausschüttung von Hormonen sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Frauen leiden besonders unter der Zeitumstellung

Behauptung: Frauen leiden mehr als Männer unter den Folgen der Zeitumstellung.
Bewertung:
Stimmt nicht generell, doch zumindest spricht eine aktuelle Forsa-Umfrage dafür.

Fakten: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse leiden vor allem Frauen unter der Zeitumstellung. Demnach können rund zwei Drittel von ihnen nach der Umstellung entweder abends schlechter einschlafen, nachts schlechter durchschlafen oder morgens schwerer aufstehen, wie die Kasse mit Bezug auf die Umfrage am Montag mitteilte. Bei den Männern waren es nur 42 Prozent. Jede vierte Frau habe zudem angegeben, wegen der verlorenen – oder gewonnenen – Stunde tagsüber gereizt oder müde zu sein. Bei den Männern war es nur jeder sechste.

Zu wenig Schlaf macht krank

Behauptung: Wer dauerhaft zu wenig schläft, gefährdet seine Gesundheit.
Bewertung: Stimmt.

Fakten: Wer dauerhaft zu wenig und/oder schlecht schläft, dessen Wohlbefinden und Gesundheit sind gefährdet. Dabei geht es um direkte Auswirkungen und um langfristige Risiken. So leiden zunächst die kognitiven Fähigkeiten: Schon nach wenigen Tagen Schlafmangel sind die meisten Menschen unkonzentrierter, vergesslicher, und sie reagieren messbar langsamer.

Wenn man über einen längeren Zeitraum schlecht schlafe, gehe das an die Gesundheit, erklärt Schlafforscher Ingo Fietze von der Berliner Charité.  „Die Blutzuckerwerte erhöhen sich, das Diabetesrisiko steigt, und das Immunsystem beginnt zu schwächeln.” Darüber hinaus zeigen Studien aus verschiedenen Ländern, dass Menschen, die langfristig schlecht schlafen, ein erhöhtes Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Der Schlafbedarf ist zwar von Mensch zu Mensch verschieden. Doch die Empfehlung der „American Academy of Sleep Medicine” lautet: Mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht sollten es bei einem Erwachsenen sein –um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Schüler & Studenten als Leidtragende, der Mythos von der Energieersparnis und welche Zeit ist eigentlich am natürlichsten? 4 weitere Fakten zur Zeitumstellung finden Sie in diesem Beitrag.

1. dpa; Stober, Alexandra. 21.10.2019.
2. dpa; 21.10.2019.

Titelbild: © Getty Images/CatLane

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