17. Mai 2019

Ein schicksalhafter Strandurlaub

Ein 54-jähriger Kanadier genießt seinen Urlaub in Südostasien. Doch nach seiner Rückkehr stellt sein Hausarzt auffällige Laborwerte fest. In den folgenden Wochen verschlechtert sich der Zustand weiter.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf einer Kasuistik im Canadian Medical Association Journal, die Christoph Renninger für Sie zusammengefasst hat.1

Auffällige Nierenwerte nach Reiserückkehr

Der Mann leidet unter Bluthochdruck, einer Fettstoffwechselstörung und Gicht, weshalb er folgende Medikamente einnimmt:

  • Perindopril (8 mg/Tag)
  • Rosuvastatin (10 mg/Tag)
  • Amlodipin (10 mg/Tag)
  • Indapamid (2,5 mg/Tag)
  • Febuxostat (80 mg/Tag)

Auch, um sich von seinen chronischen Krankheiten zu erholen, verbringt der Patient zwei Wochen in Südostasien, wo er vor allem das gute Wetter genießt und täglich 6-8 Stunden in der Sonne liegt.

Kurz nach seiner Rückkehr in die Heimat sucht er seinen Hausarzt auf, dem ein veränderter Kreatininwert auffällt (Anstieg von 100 auf 132 µmol/l; Referenzbereich 44-97 µmmol/l). Der Arzt empfiehlt ihm die Therapie mit Antihypertensiva und Diuretika auszusetzen, da er einen Flüssigkeitsmangel nach der Hitzeexposition vermutet.

Dramatische Verschlechterung und Klinikeinweisung

Bei einem Kontrolltermin vier Wochen später liegt der Kreatininwert allerdings bei 376 µmol/l und der Arzt überweist den Mann als Notfall in eine nephrologische Klinik.

Zwischen den Besuchen in der Arztpraxis hatte der Mann keine nichtsteroidale Antirheumatika oder andere neue Medikamente eingenommen, keine akuten Erkrankungen gehabt oder Kontrasmittel erhalten.

In der Nephrologie finden die Ärzte zunächst keinen klaren Anhaltspunkt für den plötzlichen Anstieg des Kreatininwerts. In der Familie des Mannes sind bereits Fälle von autosomal dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD) aufgetreten und zwei nahe Verwandte waren noch vor dem 60. Lebensjahr dialysepflichtig.

Untersuchungen bringen keinen Auffschluss

Bei der Aufnahme in die Klinik hat der Mann einen Blutdruck von 149/98 mmHg und es besteht keine Indikation für eine sofortige Dialyse. Die Ultraschalluntersuchung der Nieren zeigt ein normales, unauffälliges Bild. Im Urin sind keine Leukozyten, Erythrozyten oder Protein nachweisbar.

Es finden sich auch keine Zellfragemente oder Kristalle im Urin. Das Blutbild ist ohne pathologischen Befund. Bildgebende Verfahren im Brust- und Bauchbereich bringen kein ungewöhnliches Ergebnis. Im Labor wird jedoch eine Parathormon-unabhängige Hyperkalzämie festgestellt.

Die Ärzte befragen den Patienten nach weiteren Details und eine Aussage lässt sie schließlich die seltene Diagnose stellen. Erfahren Sie, worunter der Mann leidet und wie es ihm weiter ergeht im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Auguste BL et al. Use of vitamin D drops leading to kidney failure in a 54-year-old man. CMAJ 2019; 191 (14): E390-E384.

Bildquelle: © istock.com/f9photos

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