01. Februar 2019

Aus dem Kollegenkreis

15-Jähriger kollabiert nach heftigem Hustenanfall

Ein Jugendlicher nimmt am Abend Ibuprofen gegen starke Halsschmerzen ein. Kurz darauf erleidet er einen heftigen Hustenanfall, muss sich erbrechen und fällt ins Koma. Im Krankenhaus klart der Junge wieder auf – doch worunter leidet er?

Lesedauer: 2 Minuten

Den folgenden Patientenfall beschreibt unser Gastautor Dr. med. Thomas Hoppen, Kinder- und Jugendarzt am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH Koblenz.1 Redaktion: Dr. Nina Mörsch.

Der Fall

Ein 15-Jähriger nimmt am Abend aufgrund starker Halsschmerzen Ibuprofen ein. Etwa 15 Minuten später muss er plötzlich heftig husten und sich erbrechen. Es kommt zum Kreislaufkollaps. Als Rettungsdienst und Notarzt eintreffen, ist der Jugendliche komatös. Unter Sauerstoffgabe und Beutel-Maskenbeatmung gelingt es, den Jungen kardiorespiratorisch zu stabilisieren.

Aufgrund wiederholt auffälliger Blutzuckerwerte (um 250 mg/dl) schließt der Notarzt zunächst auf eine Ketoazidose und verabreicht dem Jugendlichen intravenös 500 ml Ringeracetat. Da auch ein Asthmaanfall in Betracht gezogen wird, kommen zusätzlich Salbutamol und Ipratropiumbromid inhalativ zum Einsatz. Erst kurz vor dem Eintreffen in der Klinik klart der Patient auf.

Anamnese in der Klinik

Der Junge stammt aus Syrien und ist erst drei Monate zuvor mit dem Flugzeug nach Deutschland gekommen. Sowohl Impfstatus als auch Tuberkuloserisiko sind unklar. Die Fragen nach Fieber, Erkrankten im häuslichen Umfeld, Sturzereignis, Medikamenten- und Drogenkonsum verneinen die Eltern. Auch habe der Junge zu keiner Zeit engen Kontakt mit Tieren gehabt. Bis auf eine allergische Diathese seien laut Vater keine Vorerkrankungen bekannt. Seit einigen Wochen huste er jedoch vermehrt.

Körperlicher Untersuchungsbefund

Der Zustand des inzwischen wachen und orientierten Jungen ist stabil. Die ersten Untersuchungen führen zu folgenden Befunden:

  • Milde Tachypnoe,
  • Puls 142/min,
  • Kapillarfüllungszeit < 3 Sekunden,
  • Blutdruck 95 /54 mmHg,
  • Blutzucker 202 mg/dl, 4 Stunden später 127 mg/dl.

An Thorax und Handrücken weist der schlanke Junge diverse Narben auf, jedoch kein Exanthem. Die Herztöne sind unauffällig. Die Auskultation der Lunge ergibt ein seitendifferentes Atemgeräusch mit nahezu aufgehobenem Atemgeräusch rechts und keine feuchten oder trockenen Nebengeräusche. Die Palpation des Abdomens weist auf keine Auffälligkeiten hin. Es besteht zudem kein neurologisches Defizit, die Pupillenreaktion ist regelhaft.

Schließlich veranlassen die Ärzte eine Röntgenaufnahme des Thorax im Liegen

Abb.1: Röntgenbild des Thorax nach Aufnahme auf Station

Fallauflösung

Erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrag, welchem Verdacht die Ärzte aufgrund der Röntgenaufnahme nachgehen und welche ungewöhnliche Diagnose sie schließlich stellen.

1. Thomas Hoppen, Manuel Ohlert, Sebastian Bartels, Hildegard Seidler, Thomas Nüßlein, Thomas Junghanss: Kollaps eines 15-jährigen Jungen nach starkem Husten. Pädiatrie 2018; 30 (5)

Titelbild: © iStock.com/Teka77

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