25. September 2020

Massiver kognitiver Abbau: Das ist die Ursache

Der Verdacht auf eine sporadische Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bestätigt sich nicht. Die Ärzte glauben daher an eine vaskuläre Veränderung. Diese kann in der CT-Angiographie gefunden werden.

Lesedauer: 1 Minute

Abb.1 CT-Angiographie

Neuer Verdacht aufgrund des Krankheitsverlaufs

Die akute Verschlechterung der Symptome spricht eher gegen sCJK. Da mehrere CT-Scans des Gehirns keine Hinweise auf eine Hämorrhagie oder einen akuten Infarkt gegeben haben, wird eine CT-Angiographie durchgeführt. (Abb.1)

Abb.2 Digitale Subtraktionsangiographie

Diese offenbart eine große intrakranielle durale arteriovenöse Fistel (dAV-Fistel) (Typ 3) mit Füllung des Sinus sagittalis. Das Ergebnis bestätigt sich in der digitalen Subtraktionsangiographie. (Abb.2) Die AV-Fistel wird durch die A. occipitalis, die linke A. meningea media und den linken Ast der A. ophthalmica versorgt, mit einem Reflux in kortikale Venen, den Sinus rectus und den Sinus sagittalis.

Gut und erfolgreich behandelbar

Die Ärzte führen mithilfe der digitalen Subtraktionsangiographie eine Embolisation der dAV-Fistel durch. Die 67-jährige Patientin kann mit einer leichten Schwäche der rechten Körperhälfte und einem Hemineglect, aber gutem Allgemeinzustand in die neurologische Rehabilitation entlassen werden.

DAV-Fisteln können sich klinisch auf verschiedene Weisen zeigen; entweder durch Hämorrhagien oder venöse Hypertonie durch eine Umleitung arteriellen Blutes in das zerebrale venöse System.

Im letzteren Fall können progressive kognitive Defizite auftreten, die einer Demenz ähneln. Weitere mögliche Symptome sind Parkinsonismus, Tinnitus, Enzephalopathie oder epileptische Anfälle. Die kognitiven Defizite sind meist reversibel. Ein weiterer Hinweis auf die Erkrankung war die Stauungspapille der Patientin.

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