13. September 2019

Interaktiver Fallbericht

Glücklicher Ausgang für die Patientin

Die Ärzte entscheiden sich aufgrund der Immunsuppression der Patientin für eine Therapie mit intravenösen Immunglobulinen (IVIG). Bald darauf bessert sich ihr Zustand.1

Lesedauer: 1 Minute

Nicht nur supportive Maßnahmen

Bislang gibt es keine spezifische antivirale Therapie bei West-Nil-Fieber, weshalb bei den meisten Patienten eine symptomatische Behandlung erfolgt. Da die Patientin jedoch immunsupprimiert ist, werden ihr nach dem Absetzen der antimikrobiellen Medikamente 2 Dosen IVIG verabreicht.

Ihr mentaler Zustand verbessert sich in der folgenden Zeit rapide und sie kann wieder von der Intensivstation verlegt werden. Bei der Entlassung aus der Klinik ist sie wieder vollständig orientiert, spricht in vollständigen Sätzen und kann problemlos Aufforderungen nachkommen.

Da sie noch immer geschwächt und unterernährt ist, erhält sie vorübergehend eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)-Sonde. Anschließend verbringt die 29-jährige Frau noch Zeit in einer Rehabilitationseinrichtung.

Bei einer Kontrolluntersuchung einen Monat nach Therapieende ist die Amerikanerin wieder vollständig genesen und es bleiben keine kognitiven Schäden zurück.

Haben Sie eine interessante Kasuistik, die Sie hier gerne vorstellen möchten? Schreiben Sie uns per E-Mail an medizinredaktion@coliquio.de

Seltene Form einer WNV-Infektion

Nach der Infektion mit dem West-Nil-Virus sind 80 % der Infizierten asymptomatisch, ca. 20 % zeigen eine vorübergehende grippeähnliche Erkrankung, während <1 % eine schwere Hirn- oder Hirnhautentzündung entwickeln.

Mehr über die Verbreitung, Symptome und Diagnostik des West-Nil-Virus lesen Sie hier.

In diesem Jahr sind in Deutschland bereits 5 Fälle von West-Nil-Fieber bei Tieren bekannt geworden. „Die Mückensaison beginnt jetzt erst. Es ist davon auszugehen, dass die Verbreitung zunehmen wird”, sagte Wolfgang Gaede vom Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamts für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt.

Im vergangenen Jahr war das West-Nil-Virus zum ersten Mal in Deutschland bei einem Vogel in Halle nachgewiesen worden. Der ursprünglich aus den Tropen stammende Erreger wird von bestimmten Stechmücken verbreitet. Eulen-, Greif- und Rabenvögel sind der wichtigste Wirt des Virus, das auch auf Pferde oder den Menschen übertragen werden kann.2

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  1. Braun DA et al. A disturbing decline. N Engl J Med 2019; 380: e42.
  2. dpa, 22.08.2019

Bildquelle: © Getty Images/TommassoT (Symbolbild mit Modell)

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