13. September 2019

Interaktiver Fallbericht

Ein verstörender Verfall

Eine 29-jährige US-Amerikanerin leidet seit Tagen unter wässrigen Durchfällen, als zudem Fieber auftritt, sucht sie eine Klinik auf. Im weiteren Verlauf verschlechtert sich ihr Zustand massiv.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser interaktive Fallbericht basiert auf einer Kasuistik im New England Journal of Medicine, die Christoph Renninger für Sie aufbereitet hat.1

Weitere Symptome am frühen Morgen

Im Spätsommer kommt die Frau aus der Nähe von Boston, Massachusetts, in die Notaufnahme. Seit 6 Tagen sind 5-8 Mal täglich wässrige, nicht-blutige Durchfälle aufgetreten, seit dem Morgen leidet sie zudem unter Schüttelfrost, diffusen Myalgien, Unbehagen und Fieber (38,7°C).

In den Tagen zuvor hat sie auch unter Übelkeit und Erbrechen gelitten, welche sich aber wieder besserten. Außerdem beschreibt die Frau einen Appetitverlust und eine Gewichtsabnahme um 0,5 kg.

Die Patientin hat ihre Ernährung nicht verändert, war nicht auf Reisen und hatte nach eigener Aussage keine Kontakte mit Kranken, Tieren oder Insekten.

Lupus-Patientin unter immunsuppressiver Therapie

Zu den bekannten Erkrankungen zählt ein systemischer Lupus erythematodes (SLE), die Diagnose wurde vor 14 Jahren gestellt und sie erhält die entsprechende Therapie. 4 Monate vor der Vorstellung in der Klinik ist es zu einer Nierenentzündung gekommen, die unter anderem mit dem monoklonalen Anti-CD20-Antikörper Rituximab behandelt worden ist.

Außerdem ist eine Infektion mit Herpes simplex Virus 2 (HSV-2) bekannt. Sie leidet unter keinen bekannten Allergien und ist der erste Fall in der Familie mit einer Autoimmunkrankheit. Die Patientin raucht nicht, trinkt keinen Alkohol und konsumiert keine illegalen Drogen.

Ihre derzeitige Medikation besteht aus:

  • Hydroxychloroquin (100 mg, täglich)
  • Mycophenolat-Mofetil (1500 mg morgens & 1000 mg abends)
  • Prednison (6 mg täglich)
  • Trimethoprim/Sulfamethoxazol (80 mg/400 mg, täglich)
  • Paracetamol (Bei Bedarf)
  • Eisensulfat (325 mg, täglich)

Ergebnisse der Untersuchung & Laborwerte

Die Laboruntersuchung zeigt einen niedrigen Hämatokrit, eine leichte Lymphopenie, Hypokaliämie und eine Erhöhung der Doppelstrang-DNS-Antikörper, die mit vorherigen Untersuchungen übereinstimmt. Blut-, Urin- und Stuhlproben sind negativ für Parasiten und deren Eier. Auch eine PCR zum Nachweis von Cytomegalievirus ist unauffällig.

Verschlechterung des Zustands und neue Symptome

Die Patientin wird für weitere Untersuchungen und unterstützende Maßnahmen in der Klinik aufgenommen. Doch in den folgenden Tagen verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand. Erfahren Sie mehr über den weiteren Verlauf im nächsten Teil.

  1. Braun DA et al. A disturbing decline. N Engl J Med 2019; 380: e42.

Bildquelle: © Getty Images/Witthaya

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