03. Juli 2020

Interaktiver Fallbericht

Plötzlich auftretenden Knochenbrüchen auf der Spur

Eine 63-jährige Frau wird endokrinologisch untersucht: In den vergangenen 2 Jahren traten bei ihr immer wieder rätselhafte Knochenbrüche auf. Doch bis die behandelnden Ärzte die wahre Ursache finden, vergeht einige Zeit.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser interaktive Fallbericht basiert auf einer Kasuistik im New England Journal of Medicine.1 Redaktion: Christoph Renninger

Knochenbrüche und Schmerzen

Die 63-jährige Kundendienstmitarbeiterin aus Massachusetts (USA) kann ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, da sie unter sich verschlimmernden Schmerzen in beiden Sprungelenken leidet und Schwierigkeiten beim Gehen hat. Sie ist auf Krücken oder einen Gehstock als Hilfsmittel angewiesen.

Etwa 2 Jahre zuvor hatte sie sich bei einem Sturz eine Fraktur des linken Tibiakopfes zugezogen. Bei einer Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) zur Bestimmung der Knochendichte wird eine Osteopenie festgestellt. Einige Monate später kommt es zu einer nicht-traumatischen Fraktur des linken Condylus medialis femoris.

3 Monate vor der Klinikaufnahme wurde eine Knochenszintigraphie durchgeführt, um die Ursache der chronischen Schmerzen in den Sprungelenken zu ergründen. Dabei zeigten sich mehrere Herde mit erhöhtem Knochenstoffwechsel. Es handelte sich um Insuffizienzfrakturen, betroffen waren:

  • proximale und distale Bereiche der Schienbeine,
  • die linke distale Fibula,
  • das rechte Fersenbein,
  • der distale Femur,
  • mehrere Rippen
  • und mehrere Wirbel.

Weder in der Kindheit noch im Jugend- oder Erwachsenenalter hatte die Frau bis zu den beschriebenen Vorkommnissen Knochenbrüche erlitten.

Andere Erkrankungen liegen Jahre zurück

Ein Blick in die Krankenakte der zweifachen Mutter zeigt ein lobuläres Carcinom in situ (LCIS) der Brust, welches durch Lumpektomie entfernt worden ist. Es folgte eine 5-jährige Behandlung mit Tamoxifen. Diese ist seit 10 Jahren abgeschlossen und bei den jährlichen Mammographien gibt es keine Anzeichen einer erneuten Krebserkrankung.

Im Alter von 47 Jahren wurde aufgrund eines Uterusmyomen eine abdominale Hysterektomie und eine bilaterale Salpingo-Oophorektomie durchgeführt.

Des Weiteren ist eine obstrukive Schlafapnoe bekannt. An Medikamenten nimmt sie Kalziumcarbonat (1250 mg/Tag), Vitamin D3 (400 IU/Tag) und Multivitaminpräparate ein. Sie konsumiert weder Alkohol, Tabak oder illegale Drogen. Ihre Eltern litten beide an Osteoporose, ihr Vater war an Darmkrebs erkrankt, ihre Mutter hatte Brustkrebs.

Untersuchungs- und Laborergebnisse

Die Laborergebnisse zeigen eine Hypophosphatämie, eine Hypokalzämie und einen erhöhten Spiegel der Alkalischen Phosphatase (AP), sowie eine leichte Leukozytose.

Im nächsten Teil erfahren Sie mehr über die betroffenen Stoffwechselwege, mögliche Diagnosen und weitere Untersuchungsergebnisse.

  1. Yozamp N et al. The game is afoot. N Engl J Med 2020; 382: e78.

Bildquelle: © Getty Images/shapecharge

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