03. Juli 2020

Interaktiver Fallbericht

Auf der Suche nach dem Ursprungsort

Die Ärzte kommen zu dem Schluss, dass die Patientin an einer tumorinduzierten Osteomalazie leidet. Doch wo ist der Auslöser lokalisiert?1

Lesedauer: 1 Minute

Laborwerte sprechen für Tumor

Aufgrund des Alters der Patientin, der renalen Phosphatausscheidung und des erhöhten FGF-23-Spiegels schließen die Ärzte auf eine tumorinduzierte Osteomalazie. Auch der niedrige Calcitriolwert, verursacht durch eine FGF-23-bedingte Suppression der renalen 1α-Hydroxylase, ist charakteristisch. Die biochemischen Marker ähneln zwar auch denen einer vererbten Hypophosphatämie, diese wäre jedoch bereits in früheren Lebensjahren bemerkbar gewesen.

Bei der tumorinduzierten Osteomalazie handelt es sich um eine seltene, paraneoplastische Erkrankung, bei welcher Tumore FGF-23 (oder seltener andere phosphaturische Substanzen) sekretieren. In der Regel handelt es sich um benigne Tumore, in manchen Fällen sind jedoch auch maligne Tumore mit Metastasen beschrieben.

Die Therapie erfolgt, sofern möglich, durch eine vollständige Exzision des Tumors. Bei multiplen oder chirurgisch schwer erreichbaren Tumoren kann eine Katheterablation eine Alternative darstellen.(Abb. 1) 50-60% der Tumoren befinden sich im Becken und den Beinen, 20-30% an Kopf und Hals, 5-17% in Thorax und Abdomen, 5-15% in den Armen.

Wenn der die Erkrankung auslösende Tumor bei der körperlichen Untersuchung nicht gefunden werden kann, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Hierbei ist die 68 Ga-Dotatate-PET-CT aufgrund der Sensitivität und Spezifizität die Methode der ersten Wahl. Bis zur Lokalisation des Tumors wird eine medikamentöse Behandlung empfohlen.

Welche Ergebnisse die Bildgebung bei der 63-Jährigen bringen, erfahren Sie im nächsten Teil.

  1. Yozamp N et al. The game is afoot. N Engl J Med 2020; 382: e78.

Bildquelle: © Getty Images/dusanpetkovic

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