03. Juli 2020

Interaktiver Fallbericht

Bildgebung führt zur Lösung

In der 68 Ga-Dotatate-PET-CT und einer anschließenden Magnetresonanztomographie (MRT) entdecken die Ärzte den Tumor, der für die Osteomalazie und Hypophosphatämie verantwortlich ist.1

Lesedauer: 2 Minuten

Knochenbrüche und Auffälligkeit im rechten Mittelfuß

Die Gallium-68-Dotatate-PET-CT-Ganzkörperuntersuchung stellt Strukturen im Körper mit gesteigerter Somatostatinrezeptordichte dar. Diese Rezeptoren sind unter anderem auf der Oberfläche bestimmter Tumore (v.a. neuroendokriner Tumore) vermehrt vorhanden.

Deutlich erkennbar in der Aufnahme der 63-jährigen Patientin ist eine starke Aufnahme des radioaktiven Tracers im Bereich der Metatarsalia des rechten Fußes. Dies interpretieren die Ärzte als deutlichen Hinweis auf einen Tumor, der Somatostatinrezeptoren exprimiert (Abb.1).
Eine leichte Traceraufnahme ist in den Sprunggelenken und Knien zu sehen, welche auf die bereits bekannten Insuffizienzfrakturen hinweisen. Ebenso ist eine Aufnahme in den Nieren, der Milz, der Blase, der Leber und dem Darm nachweisbar.

Die MRT-Aufnahme (T1-Gewichtung) des rechten Fußes bestätigt eine Masse aus weichem Gewebe am ersten Metatarsophalengealgelenk. Diese hat einen Durchmesser von 2,2 cm und es finden sich Kalzifikationen im umliegenden weichen Gewebe (Abb.2).

Operation und endgültige Diagnose

Die auffällige Masse im rechten Fuß wird chirurgisch vollständig entfernt. In der Pathologie wird ein phosphaturischer mesenchymaler Tumor festgestellt. Charakteristisch sind Gebiete von Geflechtknochen (Stern) und Osteoklasten-ähnlichen, mehrkernigen Riesenzellen (Pfeile). (Abb.3)

Weitere pathologische Merkmale, die bei dieser seltenen, meist benignen Tumorart auftreten können sind eine starke Vaskularisation, die Anwesenheit von Spindelzellen und Kalzifikationen.

So ergeht es der Patientin in der Folgezeit

3 Tage nach dem operativen Eingriff normalisieren sich die FGF-23-Werte der Frau. Der Serumphosphatwert steigt von 1,4 auf 2,5 mg/dl. Bei der nächsten Bestimmung 45 Tage nach der Operation, ist er auf 5,3 mg/dl angestiegen.

In den folgenden Monaten bessern sich die Muskel- und Knochenschmerzen weiter. Röntgenaufnahmen zeigen den Heilungsprozess der Insuffizienzfrakturen. Es treten keine neuen Frakturen auf und die Frau kann ihr Berufsleben wieder aufnehmen.

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