20. Februar 2019

Herzstillstand bei Tauchgang im Gardasee

Bei einem 73-Jährigen kommt es während eines Tauchlehrgangs plötzlich zu Bewusstlosigkeit und er muss reanimiert werden. Die Ursache für den Herzstillstand bleibt lange ein Rätsel.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag beruht auf einem Fallbericht aus dem European Heart Journal, den Christoph Renninger für Sie zusammenfasst.1

Fitter und sportlich aktiver Senior

Der gesunde 73-Jährige ist ein begeisterter und erfahrener Taucher und nimmt an einem Rettungstaucher-Kurs am Gardasee teil. Seine körperliche Eignung ist medizinisch bestätigt, er nimmt keine Medikamente ein und es bestehen keine kardiovaskuläre oder zerebrale Vorerkrankungen. Über Prodrome wie Brustschmerzen oder Palpitationen klagt er nicht, auch in seiner Familie sind keine Fälle von plötzlichem Herztod oder Infarkten bekannt.

Bewusstlos in 6 Metern Tiefe

Aufgrund der niedrigen Wassertemperatur trägt der Mann während der Tauchübungen zusätzlich zu seiner Ausrüstung eine Eisweste aus Neopren, mit einer eng sitzenden Kapuze. Während der letzten Übung verliert er beim Auftauchen in sechs Metern Tiefe plötzlich das Bewusstsein. Seine Mittaucher bringen ihn unmittelbar an die Oberfläche und dann ans Seeufer.

Fünf Minuten nach dem Vorfall wird mit der kardiopulmonalen Reanimation begonnen. Ein automatisierter externer Defibrillator erkennt einen nicht schockbaren Rhythmus. Weitere zehn Minuten später treffen die Rettungskräfte ein und stellen eine Asystolie fest.

Kreislauf kehrt zurück

Nach einer Adrenalininjektion und fortgeführter Herz-Lungen-Wiederbelebung kommt es zur Rückkehr des Spontankreislaufs. Der Patient wird mit einem Hubschrauber in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. In der Notaufnahme ist das 12-Kanal-EKG unauffällig, die Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Atemfrequenz) sind normal und bei der Echokardiographie gibt es keine Auffälligkeiten.

Während des folgenden Aufenthalts in der Klinik werden verschiedene diagnostische Untersuchungen (EKG, Echokardiographie, Computer-Tomographie und Koronarangiographie) durchgeführt, die allerdings alle ohne pathologischen Befund bleiben:

Mit welcher einfachen Untersuchung die Ärzte schließlich zur Diagnose kommen, erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Hartig F et al. Carotid sinus syndrome: a case report of an unusual presentation of cardiac arrest while diving. European Heart Journal 2018; 2(4): 1-6.

Bildquelle: © istock.com/subaquapix (Symbolbild mit Modell)

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