31. August 2021

Fußballer (28) mit Bauchschmerzen, Durchfall und Abgeschlagenheit

Ein Mann mit bekanntem Asthma berichtet in der Notaufnahme über seit 2 Wochen bestehende intermittierende Unterbauchschmerzen, sehr weichen Stuhl, Myalgien und leichtes Fieber. Warum fühlt er sich so krank? 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autoren: Thomas D. Pinkney, Simon F. Hobbs, Timothy D. Stone, Tim C.F. Sykes

Der Patient berichtet, die Symptome hätten nach einer akuten Erkrankung mit Durchfall und Erbrechen eingesetzt, von der auch seine Frau und seine Kinder betroffen gewesen seien. Während die Symptome bei seiner Familie nach der akuten Phase wieder abgeklungen seien, hätten sich seine Beschwerden verschlechtert. Er sei im Grunde ein aktiver Mensch und spiele mindestens zweimal wöchentlich Fußball, doch aktuell fühle er sich einfach zu krank für derartige körperliche Belastungen.

Untersuchung auf Leptospirose negativ

Seine einzige Medikation sei ein Salbutamol-Inhalator, den er als Bedarfsmedikation bei einem Asthmaanfall verwende. Er arbeite als Landschaftspfleger, wobei er auch immer mal wieder mit Tiermist in Kontakt gerate. Aufgrund seiner Tätigkeit und der Exposition gegenüber Dung habe sein Hausarzt die Diagnose Leptospirose als Ursache seiner Beschwerden in Betracht gezogen. Die daraufhin eingeleiteten Untersuchungen von Blut und Urin auf Leptospirose seien jedoch negativ gewesen.

Körperliche und apparative Untersuchungen

Bei der körperlichen Untersuchung erscheint der Patient leicht dehydriert. Seine Augen sind etwas eingefallen und der Turgor der Haut ist vermindert. Es werden folgende Werte für die Vitalparameter erhoben: Körpertemperatur 38,1 °C, Puls 90/min, Blutdruck 121/65 mmHg, Atemfrequenz 20/min, Sauerstoffsättigung 98 % bei Raumluft.

Das Abdomen ist weich und nicht eingesunken. Die Darmgeräusche sind gut auskultierbar. Der Unterbauch ist jedoch deutlich tastempfindlich mit Punctum maximum in der linken Fossa iliaca und in der suprapubischen Region mit lokalisiertem Loslassschmerz und Abwehrspannung.

Dem Patienten wird ein peripherer Zugang gelegt und es wird Blut zur Bestimmung der Laborwerte entnommen. Zusätzlich werden Stehend-Aufnahmen des Abdomens und des Thorax angefertigt.

Die Leukozytenzahl liegt bei 15.000 Zellen/μl (normal 4500–11.000 Zellen/µl) und der CRP-Wert bei 212 mg/l (normal, 0,08–3,1 mg/l). Die übrigen Laborwerte liegen im Normbereich, und sowohl die Röntgenuntersuchungen des Abdomens als auch des Thorax sind unauffällig.

MRT des Beckens

Im Urin finden sich weder Blut noch Hinweise auf Leukozyten. Als jedoch ein CT des Abdomens und des Beckens durchgeführt wird, entdeckt man tief in der Schambeinfuge einen Entzündungsherd. Daraufhin wird noch ein MRT des Beckens eingeleitet (s. Abb.).

Zu diesem Zeitpunkt haben bei der Aufnahme angelegten Blutkulturen ein positives Resultat für Staphylococcus aureus angezeigt.

Lesen Sie im zweiten Teil des Beitrags die Diagnose und medizinische Hintergründe zu diesem Fall.

Dieser Beitrag ist im Original auf Medscape erschienen.“

Bildquelle: © gettyImages/Manuel-F-O

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