13. November 2020

Ist es Covid-19?

25-jähriger Hundetrainer mit fieberhafter Erkrankung

Ein junger Mann leidet seit Tagen unter Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Myalgien. Mehrere PCR-Tests auf eine SARS-CoV-2-Infektion fallen negativ aus. Erst als nach 14 Tagen trotz Antibiose keine Besserung eintritt, suchen die Ärzte Rat bei Kollegen. Erfahren Sie hier, was die Ärzte übersehen haben. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

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Der folgende Fall beruht auf einer Kasuistik aus der Fachzeitschrift BMJ Case Reports, Volume 13, Issue 11. Redaktion: Dr. Laura Cabrera, Dr. Linda Fischer, Dr. Nina Mörsch

Tag 1- 4: Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber

Ein 25-jähriger Mann aus dem Süden Kaliforniens sucht im Juli 2020 nach telefonischer Voranmeldung seinen Arzt mit folgenden Symptomen auf: Seit 4 Tagen leidet er unter Kopfschmerzen, Myalgien, Schüttelfrost und Fieber (max. 39,2°C).

Er wird noch am selben Tag mittels PCR-Test auf SARS-CoV-2 getestet – doch der Nachweis in den Nasopharynx- und Oropharynx-Abstrichen fällt negativ aus.

Tag 5: Gastrointestinale Symptome kommen hinzu

Am darauffolgenden Tag fühlt sich der Patient nicht besser, weshalb er in der Notaufnahme vorstellig wird. Dort berichtet er neben anhaltendem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen nun auch von Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schüttelfrost und Müdigkeit. Seine Körpertemperatur beträgt 38,4°C. Die körperliche Untersuchung ergibt keine Auffälligkeiten und auch der zweite PCR-Test zum Nachweis von SARS-CoV-2 fällt negativ aus.

Die Ärzte geben ihm Ibuprofen (600 mg oral) und entlassen ihn mit Verdacht auf einen viralen Infekt nach Hause, mit dem Hinweis, auf eine Verschlechterung seines Zustands zu achten.

Tag 8: Anhaltendes Fieber und Rückenschmerzen

Am achten Erkrankungstag berichtet der Patient am Telefon seinem Arzt von weiter anhaltendem Fieber (39,9 °C), Husten, Gliederschmerzen und Erbrechen. Außerdem klagt er nun auch über Rückenschmerzen.

Die Frage nach Dysurie, Ausschlag oder Kurzatmigkeit verneint er. Angesichts seiner anhaltenden Symptome und eines wiederholt negativen Testergebnisses für SARS-CoV-2 raten die Ärzte ihm dazu, erneut in die Notaufnahme zu gehen.

Als er dort ankommt, ist der Patient tachykard, hat einen Puls von 125 Schlägen pro Minute und leichtes Fieber (38,1 °C). Er wird erneut körperlich untersucht – ohne auffälligen Befund.
Das Blutbild ergibt vermehrt stabkernige Granulozyten (20,3%) und eine Lymphozytopenie von 0,78×1000/µL. Es wird eine Blutkultur entnommen, die auch nach 5 Tagen kein Wachstum zeigt.

Weiterer Verlauf und Fallauflösung
Im zweiten Teil der Kasuistik erfahren Sie, für welches weitere Vorgehen sich die Ärzte entscheiden, wie sie schließlich zur richtigen Diagnose gelangen und wie der Patient das Vorgehen der Ärzte empfunden hat.

  1. Patel HM: Murine typhus mistaken for COVID-19 in a young man BMJ Case Reports CP 2020;13:e239471.

Bild: © GettyImages/stefanamer

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