18. Juni 2019

Hautausschlag verschwindet nach Behandlung

Nachdem die Tests auf verschiedene Erreger negativ ausfallen, schicken die Ärzte eine Serumprobe an ein spezialisiertes Zentrum. Dort werden Borrelien (B. burgdorferi) nachgewiesen. 1

Lesedauer: 1 Minute

Doch ein Zeckenbiss

Der Verdacht auf eine früh disseminierte Lyme-Borreliose bestätigt sich durch den Nachweis von Borrelien mittels Immunoassay und Immunoblot. Die Ärzte entscheiden, die immunsuppressive Therapie auszusetzen und verordnen 200 mg Doxycyclin (täglich; oral).

Am folgenden Tag verschlechtern sich die Neutrophilie und die Koagulopathie, sodass die Ärzte zusätzlich 2 g Ceftriaxon (täglich) verabreichen. 24 Stunden später ist das Fieber zurückgegangen und auch die anderen Symptome sowie die Laborwerte verbessern sich. Der Ausschlag und die periorbitalen Ödeme sind innerhalb der nächsten drei Tage verschwunden.

Bei einer Kontrolluntersuchung nach drei Wochen sind die Hautläsionen nicht mehr erkennbar, allerdings berichtet die Patientin, dass ihre Gelenkschmerzen wieder deutlich bemerkbar sind. Daraufhin wird die Therapie mit Sulfasalazin und Certolizumab wieder aufgenommen. Die Behandlung ist erfolgreich und die Frau auch ein Jahr später noch ohne Beschwerden.

Tipp der Redaktion: Erfahren Sie mehr über die Diagnostik und Therapie der Borreliose, mit freundlicher Genehmigung der Medizinenzyklopädie Deximed.

Sonderfall TNF-α-Inhibition

Es handelt sich bei der Patientin um den dritten beschriebenen Fall einer Lyme-Borreliose unter einer Anti-TNF-α-Therapie. Im Gegensatz zu den beiden anderen Fällen handelte es sich um eine disseminierte Borreliose und nach Abschluss der antibiotischen Therapie konnte die Arthritis-Behandlung fortgesetzt werden.

Daten aus tierexperimentellen Studien legen nahe, dass TNF-α eine wichtige Rolle bei der Immunantwort gegen Borrelien spielt. So schützt rekombinantes TNF-α Interferon-γ-defiziente Mäuse vor einer destruktiven Arthritis und verhindert 95% aller Borrelien-Infektionen nach einem Zeckenbiss.2,3 Die ersten immunologischen Antworten auf eine Borrelien-Infektion finden in der Haut statt und beeinflussen den weiteren Verlauf der Krankheit. Dabei werden Zytokine IFN-γ, IL-10 und TNF-α exprimiert, wie Hautbiopsien von Patienten mit einem Erythema migrans zeigten.4

Die Autoren des Fallberichts mutmaßen, dass die TNF-α-Blockade die Immunantwort unterdrückt und es deshalb zur frühen Disseminierung gekommen ist. Den richtigen Zeitpunkt zwischen immunsuppressiver Therapie und Behandlung der Infektion zu finden, stellt ihrer Ansicht nach eine Herausforderung dar. Da die Anwendung von TNF-α-Inhibitoren zunimmt und Borrelien weit verbreitet sind, werden derartige Fälle in Zukunft vermutlich häufiger auftreten.

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