18. Juni 2019

Ausschlag am ganzen Körper nach Wandertour

Nach einer Reise in den Nordosten der USA breitet sich bei einer 35-jährigen Frau ein roter Ausschlag über den Körper aus. Da die junge Frau zudem auch noch an einer Arthritis leidet, stehen die Ärzte vor einer Herausforderung.

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Beitrag basiert auf einer Kasuistik aus dem Journal of the Royal College of Physicians of Edinburgh, die Christoph Renninger für Sie zusammengefasst hat.1

Arthritis-Patientin im Wanderurlaub

Drei Tage nach ihrer Rückkehr aus einem zweiwöchigen Urlaub im Bundesstaat New York leidet die 35-Jährige unter Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Nach einer Woche entwickelt sich zudem ein roter Hautausschlag am Bauch, der sich weiter über das Gesicht und die Extremitäten ausbreitet. Nach zwölf Tagen sucht sie schließlich eine Klinik auf.

Während ihrer Reise hat sie Wanderungen an der Grenze zu Kanada unternommen und war in der freien Natur unterwegs. Sie kann sich an einen Moskito-Stich erinnern, nicht jedoch an andere Insekten oder Zecken. Da die Frau an Arthritis leidet, wird sie mit Certolizumab, einem Tumor Nekrose Faktor α (TNF-α)-Inhibitor, sowie Sulfasalazin (täglich) behandelt.

Großflächige Rötung der Haut

Abb.1 A: Makulöser Ausschlag im Gesicht, B: Abdomen, C: am rechten Bein, D: linken Oberschenkel 1

Bei der Aufnahme in der Klinik stellen die Ärzte Fieber und eine Tachykardie fest, außerdem bestehen periorbitale Ödeme und gerötete Augen. Über den Rumpf, das Gesicht, Arme und Beine breitet sich ein makulöser, nicht juckender Ausschlag aus (Abb. 1, A-D). Einige der Hautläsionen zeigen eine zentrale Aufhellung und ähneln dadurch Zielscheiben.

Die neurologische Untersuchung ist unauffällig, ebenso die Auskultation. Im EKG ist ein leichter AV-Block zu sehen. Bei der Laboruntersuchung fallen folgende Ergebnisse auf:

  • Hämoglobin: 90 g/l [Normbereich 115-160 ng/l]
  • Neutrophile: 16,2 × 10 9 /l [Normbereich: 2-7,5 × 10 9 /l]
  • C-reaktives Protein (CRP): 279 mg/l [Normbereich <5mg/ml]
  • Prothrombinzeit: 18 sec [Normbereich: 11-13,5 sec]
  • Thrombozyten: 546 × 10 9 /l [Normbereich: 130-400 × 10 9 /l]

Werte zur Nieren- und Leberfunktion liegen im Normbereich. Im Blutausstrich erkennen die Ärzte eine Linksverschiebung und geldrollenförmig zusammengelagerte Erythrozyten (Rouleaux). Es sind keine Parasiten erkennbar.

Auf der Suche nach dem Erreger

In Kulturen von Blut, Urin und Rachen lässt sich kein Wachstum nachweisen. Die Ärzte führen weitere diagnostische Tests (PCR, Serologie, Immunoassays) durch und können schließlich den Auslöser der Krankheit identifizieren.

Woran die Frau leidet und weshalb der Fall so besonders ist, lesen Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Bulteel NS et al. Successful reintroduction of tumour necrosis factor-alpha inhibition after treatment of disseminated Lyme borreliosis. J R Coll Physicians Edinb 2019; 49: 122–124.

Bildquellen: ©istock.com/lzf
Bulteel NS et al. Successful reintroduction of tumour necrosis factor-alpha inhibition after treatment of disseminated Lyme borreliosis. J R Coll Physicians Edinb 2019; 49: 122–124.

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