06. Dezember 2019

Atemlosigkeit mit kurioser Ursache

Seit 3 Monaten leidet ein 43-jähriger Schotte unter Atemnot, Unwohlsein und Erschöpfung. Sein Hausarzt kann zunächst keine Diagnose stellen, doch dank akribischer Anamnese in einer Klinik kann dem Mann geholfen werden.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf einer Kasuistik im Fachjournal BMJ Case Reports, die Christoph Renninger für Sie zusammengefasst hat.1

Keine Risikofaktoren und unauffällige Untersuchungsergebnisse

Der 43-Jährige kommt im November 2016 zu seinem Arzt, da er seit über 3 Monaten über Atemlosigkeit, Fatigue und ein allgemeines Unwohlsein klagt. Ursprünglich standen die Symptome mit einer Infektion der unteren Atemwege in Verbindung und besserten sich zunächst. Doch im weiteren Verlauf kam es zu einem verstärkten Auftreten und der Mann musste bereits 14 Tage seiner Arbeit fernbleiben.

Der Patient ist Nichtraucher und ansonsten gesund, von einer gelegentlichen Ischialgie und einem Tinnitus abgesehen. Andere respiratorische Symptome sind nicht vorhanden. Eine Blutuntersuchung (Blutbild, Nierenfunktion, Leberwerte, C-reaktives Protein) bringt normale Ergebnisse.

Im folgenden Monat kommt der Patient erneut in die Praxis, da sich die Atemlosigkeit weiter verschlechtert und mittlerweile auftritt, wenn er von einem Zimmer in das andere läuft. Ein Röntgenthorax wird durchgeführt und als normal beschrieben. Der Hausarzt empfiehlt eine Lungenklinik aufzusuchen und ruft einen dort tätigen Kollegen an.

Ein aufschlussreiches Telefonat

Der Pneumologe stimmt der Auswertung des Röntgenbildes nicht zu, da er diffuse Milchglasinfiltrate in allen Bereichen erkennt. Er möchte mit dem Patienten sprechen, um weitere klinisch relevante Informationen zu erhalten. In einem Telefongespräch wird über die Lebensumstände des Mannes gesprochen. Bereits während des Gesprächs fällt dem Arzt eine alarmierende Tachypnoe auf.

Der 43-Jährige lebt mit seiner Ehefrau in einem kleinen, warmen, trockenen Haus in einer Kleinstadt in Schottland. Trotz eines Lüfters hat sich im Badezimmer über der Dusche und am Fenster etwas Schimmel festgesetzt. Das Ehepaar hat einen Hund und eine Katze, aber keine anderen Haustiere. Der Mann arbeitet in einem Büro ohne Schadstoffen exponiert zu sein. Die Symptome treten sowohl an Werktagen als auch am Wochenende auf.

Zu seinen Hobbies zählt das Musizieren in einer Band mit Gitarre und Saxophon. Er nimmt außer gelegentlich Paracetamol keine Medikamente ein. Reisen in andere Länder hat er innerhalb der letzten Monate nicht unternommen. Zu seinem Geburtstag im Sommer haben er und seine Frau sich neue Federbetten gegönnt.

Aufgrund der Beschreibungen des Patienten hat der Facharzt bereits einen Verdacht. Bei den Untersuchungen in der Klinik (Labor, Bildgebung) bestätigt sich die Diagnose und die Therapie kann begonnen werden. Mehr über den weiteren Verlauf erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Liu-Shiu-Cheong P et al. Feather duvet lung. BMJ Case Reports 2019; 12: e231237

Bildquelle: © Getty Images/RapidEye (Symbolbild mit Modell)

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