14. Juni 2019

AIWS: Weitere Diagnostik offenbart den Auslöser

Lesedauer: 1 Minute

Alice-im-Wunderland-Syndrom bei einem 54-jährigen Italiener: Erst die MRT-Bilder geben Aufschluss über die einschneidende Diagnose.

Die Ärzte beschließen aufgrund der neu aufgetretenen Aura, den Mann stationär aufzunehmen. Am nächsten Tag ist die klinische Untersuchung erneut unauffällig. Zum Ausschluss einer intrakraniellen Raumforderung wird ein MRT (+Gadolinium) durchgeführt.

Dabei zeigt sich linksseitig eine 2,4 cm x 2,5 cm große Läsion, lokalisiert cortical-subcortical und temporo-occipital, positiv in der DWI-Sequenz (diffusion weighted imaging) und mit inhomogenem Kontrastmittel-Enhancement. Bei der anschließenden Resektion bestätigt sich der Verdacht auf ein Glioblastom. Der Tumor hat zudem eine primitive neuroektodermale Komponente.

Der Patient wird mit Valproat 1g/Tag zur Vorbeugung eines Krampfanfalles eingestellt und erhält eine adjuvante Radiochemotherapie mit Temozolomid. Ein Jahr später erleidet der Mann ein Rezidiv, das sich durch einen sekundär generalisierten epileptischen Anfall zeigt. Das erste Symptom dieses Anfalls ist eine Sprachstörung, es kommt aber nicht mehr zu visuellen Illusionen. Das Tumorgewebe wird an derselben Stelle noch einmal reseziert, und Levetiracetam 1g/Tag wurde zur Anfallsprophylaxe hinzugefügt. Zwanzig Monate nach der Erstdiagnose des Glioblastoms ist der Mann in guter klinischer Verfassung.

Intrakranielle Tumoren bei Erwachsenen
Eine Übersicht über intrakranielle Tumoren bei Erwachsenen finden Sie in diesem Beitrag.

Fazit:

Obwohl die Autoren nicht darauf eingehen, ist die Prognose des Patienten als schlecht einzuschätzen (medianes Überleben 10-15 Monate). Der Patient hat keine weiteren Symptome des Alice-im-Wunderland-Syndroms erlebt.

Das neue Auftreten einer Migräne-Aura im Erwachsenenalter, mit oder ohne Kopfschmerz, ist keine Seltenheit.2 In diesem Fall zeigte sich, dass auch bei bekannten Migräne-Patienten das Neuauftreten einer Aura ein Anlass zur genaueren Einschätzung und Bildgebung ist.

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