31. August 2018

Auflösung: Der Fall des türkischen Teelöffels

„Wissen Sie denn, wie groß ein Teelöffel in der Türkei ist?”, fragt die Krankenschwester die Ärzte. Im Vergleich zu standardisierten Löffeln mit einem Volumen von 5 ml sind in der Türkei Teelöffel wesentlich kleiner. Aus diesem Grund war die tägliche Medikationsdosis der Patientin zu gering.

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Beitrag basiert auf einer Publikation in der Fachzeitschrift “Journal of Patient Safety”, die Christoph Renninger für Sie zusammenfasst.1

Wie erging es der Patientin weiter?

Nachdem die Ursache für das mangelnde Ansprechen auf die Therapie geklärt ist, erhält die Patientin in der Apotheke eine Spritze zur exakten Dosierung. Mit der richtigen Einnahme von Dexamethason verbessert sich ihr Zustand.

Die Autoren ziehen den Schluss, bei der Instruktion zur Einnahme von Medikamenten auf genaue Dosierungen zu achten und künftig auf umgangssprachliche Formulierungen zu verzichten. Gerade bei Patienten, die aus anderen Kulturräumen stammen, können so Missverständnisse verhindert werden. Sie betonen auch den Wert von Mitarbeitern, die sich mit Sprache und Kultur anderer Länder auskennen und so zur Lösung des Falls beitragen könnten.

Teelöffel ist nicht gleich Teelöffel

Unpräzise Mengenangaben, wie „Löffel, Teelöffel, Esslöffel” können zu Missverständnissen und Fehlern bei der Medikamenteneinnahme führen. In einer Studie kam es bei 28% der Eltern zu Missinterpretationen solcher Angaben.2

Solche Fehler bergen die Gefahr einer Über- oder Unterdosierung, mit potenziell schwerwiegenden Folgen. Ärzte sollten daher möglichst genaue und gut zu befolgende Anleitungen zur Dosierung geben.

  1. Kannan L & Blocher N. Cultural Impact on Medication Instructions: The Case of the Turkish Teaspoon. J Patient Saf 2018; 14(2): e31-e32.
  2. Bailey SC et al. Predictors of misunderstanding peditric liquid medication instructions. Famile Medicine 2009; 41(10): 715-521.

Bildquelle: ©istock.com/nschatzi

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.
 
coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653