25. Mai 2018

Albtraumhafte Krankheit nach Traumurlaub

Zwei Wochen nach seinem Urlaub auf der thailändischen Insel Khao Lak kommt ein 37-jähriger Mann mit Fieber und starken Kopfschmerzen in die Klinik. Während des Krankenhausaufenthalts verschlechtert sich sein Zustand und weitere Organe sind betroffen.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf einem Fallbericht in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, den Christoph Renninger für Sie zusammenfasst.1

Keine Reisevorkehrungen, aber riskantes Verhalten

Seit vier Tagen leidet der 37-Jährige an Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schwindel und Übelkeit, er vermutet zunächst eine Grippeinfektion. Die Einnahme von Ibuprofen und Paracetamol führt zu keiner Linderung der Beschwerden und er sucht die Notaufnahme einer Klinik auf. Es bestehen, außer einem Asthma bronchiale, keine Vorerkrankungen.

Während seines zweiwöchigen Thailandaufenthalts wenige Zeit zuvor hat der Mann sich gesund gefühlt, er sei jedoch mehrmals von Mücken gestochen worden und habe in einem Süßwasserfluss gebadet. Eine Malariaprophylaxe und Reiseimpfungen hat der Patient vor der Reise nicht durchgeführt.

Erhöhte Entzündungsparameter und Leberwerte

Bei der Untersuchung in der Klinik zeigen sich folgende Vitalparameter:

  • Blutdruck: 121/74 mmHg
  • Puls: 99/Minute
  • Atemfrequenz: 24/Minute
  • Körpertemperatur: 38,9°C

Es fallen erhöhte Werte für C-reaktives Protein (CRP) mit 22,3 mg/dl und NT-proBNP mit 1332 pg/ml, bei normalem Troponin, auf. Außerdem stellen die Ärzte eine leichte Thrombozytopenie, Hämaturie und erhöhte Retentionswerte (Kreatinin 2,1 mg/dl) fest.

Auch die Leberwerte sind auffällig:

  • GOT: 78 U/l
  • GPT: 76 U/l
  • gamma-GT: 110 U/l
  • Bilirubin: 1,5 mg/dl

In der Abdomensonographie zeigen sich ein perizystischer Flüssigkeitssaum um die Gallenblase und leicht vergrößerte, aber ungestaute Nieren mit geschwollenem Parenchym. Im EKG finden sich angedeutete ST-Hebungen und T-Negativierungen, die Echokardiographie ist jedoch unauffällig. Der Röntgen-Thorax zeigt eine bipulmonale Bronchopneumonie mit deutlichen Infiltraten.

Zunehmende Verschlechterung der Symptome

Der Patient entwickelt in Laufe des Tages eine Hypotonie, Oxygenierungsstörungen und muss immer wieder Blut husten. Aufgrund eines positiven Murphyzeichens haben die behandelnden Ärzte den Verdacht einer Cholezystitis, welche sich im MRT bestätigt. Aufgrund des schlechter werdenden Gesundheitszustands, wird der Mann auf die Intensivstation verlegt und dort nicht-invasiv beatmet. Im weiteren Verlauf entwickelt sich zudem eine dialysepflichtige akute Nierenschädigung.

Die Ursache für die Symptome, wie die Ärzte therapeutisch vorgehen und wie es dem Patienten weiter erging, lesen Sie im zweiten Teil des Beitrags.

Die News der Woche im Video

Dauer: 3 Minuten

  1. Schenk LK et al. Fieber und pulmo-renales Syndrom mit akuter Cholezystitis nach Südostasienreise – eine differenzialdiagnostische Herausforderung. Dtsch Med Wochenschr 2018; 143: 263-266.

Bildquelle: © istock.com/EPasqualli

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