17. August 2018

13-jährige Marokko-Rückkehrerin: Panzytopenie mit ungewöhnlicher Ursache

Ein Mädchen leidet nach ihrer zweimonatigen Marokko-Reise an Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen. Bei der ersten Untersuchung stellen die Ärzte nichts Außergewöhnliches fest. Doch im großen Blutbild zeigt sich am Tag darauf eine ausgeprägte Panzytopenie – mit ungewöhnlicher Ursache.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag beruht auf einem Fallbericht im „Journal of Medical Case Reports“, den Marie-Theres Karla für Sie zusammenfasst.1

Bauchschmerzen und Fieber nach Marokko-Reise

Ein 13-jähriges Mädchen marokkanischen Ursprungs bekommt einen Tag nach ihrem zweimonatigen Marokko-Aufenthalt Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und hohes Fieber. Als sich nach vier Tagen keine Besserung einstellt, sucht sie die Notaufnahme in ihrem Heimatort in Belgien auf.

Auf ihren Urlaub angesprochen, berichtet sie den Ärzten, dass sie keinen Kontakt mit Tieren hatte. Eines Zeckenbisses ist sie sich nicht bewusst. Sie war in keinen Parks oder Wäldern und hat nur im Meer und in Swimming-Pools gebadet. Einen Hautausschlag hatte sie während ihres Aufenthaltes nicht.

Im Vorjahr litt das Mädchen unter einer rechtsseitigen Bell-Lähmung. Mithilfe eines MRTs wurde eine Neuritis facialis diagnostiziert. Die Laborergebnisse für Borreliose waren negativ. Außerdem leidet sie unter wiederkehrenden Episoden von Herpes labialis, so auch zum Zeitpunkt der Untersuchung.

Untersuchung bleibt zunächst unauffällig

Bei der Untersuchung macht das Mädchen einen relativ gesunden Eindruck mit nur milden Symptomen. Das Fieber ist abgeklungen und die Auskultation von Herz und Lunge ist unauffällig, ebenso die Darmgeräusche. Bei Palpation des Abdomens ist der Schmerz vor allem in der linken und rechten Fossa iliaca ausgeprägt.

Das Blutbild zeigt eine leichte, Coombs-negative normozytäre Anämie. C-reaktives Protein ist erhöht (210 mg/l) und es gibt keine Anzeichen einer Hämolyse. Auch der Verdacht einer Appendizitis bestätigt sich nicht.

Ausgeprägte Panzytopenie am Folgetag

Als die Ärzte am nächsten Tag das große Blutbild erhalten, stellen sie im Vergleich zum Vortag eine ausgeprägtere Panzytopenie fest. Im Blut können außerdem Spirochäten nachgewiesen werden.

Woran das Mädchen leidet und was der ungewöhnlicher Auslöser der Panzytopenie ist, erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

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