14. September 2018

Heißes Duschen gegen schwallartiges Erbrechen

Ein 43-Jähriger muss sich bis zu 15 Mal am Tag übergeben, doch die Ärzte können keine organische Ursache finden. Einzig ausgiebiges heißes Duschen verschafft dem Mann Linderung.

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Beitrag basiert auf einer Fallbeschreibung in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, die Christoph Renninger für Sie zusammenfasst.1

Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö

Der 43-jährige Mann kommt in die Notaufnahme, da er sich seit Tagen mehrmals schwallartig übergeben muss. Bis zu 15 Mal am Tag kommt es zu wässrigem, nicht-blutigen Erbrechen. Zudem leidet er unter epigastrischen Schmerzen und seit drei Tagen unter Durchfall.

Bekannte Vorerkrankungen sind Depressionen und mehrere Bandscheibenvorfälle, weshalb der Patient bedarfsweise Novaminsulfon und Tramadol einnimmt. Zudem gibt er einen regelmäßigen Alkoholkonsum (3 Flaschen Bier am Tag) an.

Bei der Untersuchung stellen die Ärzte keine Auffälligkeiten an Herz und Lungen fest. Das Abdomen ist weich, mit einem diffusen Druckschmerz, bei normaler Peristaltik. Auch Nieren, Leber und Milz sind palpatorisch unauffällig.

Leicht veränderte Laborwerte

Die Laboruntersuchung zeigt einen erhöhten Wert für Serum-Kreatinin (205 µmol/l; Referenz: 50-130 µmol/l), eine Leukozytose (18.400/µl; Referenz: 4.000-11.000/µl) und leicht erhöhte γ-GT-Werte (2,3 µkat/l; Referenz: <0,92 µkat/l). Die Kreatinin-Erhöhung führen die Ärzte auf ein akutes Nierenversagen durch Exsikkose aufgrund des Erbrechens zurück und verordnen eine intravenöse Flüssigkeitsgabe.

Eine Stuhlprobe bringt keine Hinweise auf Keime. In der Abdomensonographie ist eine Fettleber zu erkennen, aber keine weiteren pathologischen Befunde. Auch eine Ösophago-Gastroskopie zeigt keine auffälligen Befunde.

Antiemetische Medikamente ohne Wirkung

Die Behandlung mit Metoclopramid und Dimenhydrinat bringt keine Besserung der Symptome. Eine leichte Linderung bringt die Gabe von Lorazepam. Die behandelnden Ärzte können Alkoholentzugserscheinungen nicht ausschließen und verordnen Clomethiazol.

Während seines Aufenthalts in der Klinik fällt auf, dass der Patient ausgiebig lange unter der heißen Dusche steht. Er erklärt, dass dies für ihn die einzige Möglichkeit sei, die zu einer Besserung der Symptome führe. Die Ärzte haben nun einen Verdacht und eine gezielte Nachfrage führt schließlich zur Diagnose.

Was der Auslöser für das zyklische Erbrechen ist, erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Gericke M & Hartmann D. Viel heißer Dampf: das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom. Dtsch med Wochenschr 2018; 143(16): 1182-1185.

Bildquelle: © istock.com/AnthiaCumming

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