01. April 2017

Atemnot und Hautausschlag mit fatalem Ausgang

Mit Dyspnoe, Husten und Auswurf kommt ein 49-jähriger Mann in die Klinik. Außerdem wird neben Fieber und Tachykardie ein beginnender Hautausschlag am Oberkörper festgestellt. Doch dann nimmt die Erkrankung einen fulminanten Verlauf.

Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel in der Fachzeitschrift Der Internist 2017; 58: 282-286 und wurde von Christoph Renninger, coliquio-Redaktion, für Sie aufbereitet.

Reduzierter Allgemeinzustand und veränderte Laborwerte

Wach und orientiert stellt sich der Patient in der Klinik vor. Die Anamnese ergibt eine dilatative Kardiomyopathie, aber keine weiteren Vorerkrankungen, sowie einen Nikotin- und Alkoholabusus. Die körperliche Untersuchung weist auf ein beidseitiges vesikuläres Atemgeräusch, eine Tachykardie (145/Minute) und eine Körpertemperatur von 39,1°C hin. Zustand und Elektrokardiogramm sind ansonsten unauffällig. Im Röntgenthorax fällt ein pneumonisches Infiltrat in rechter, basaler Lage auf.

Die Laboruntersuchung weist jedoch eine Reihe pathologischer Werte auf:

ParameterErgebnisNormwert
C-reaktives Protein322,9 mg/l<5,0 mg/l
Prokalzitonin70,34 ng/ml<0,5 ng/ml
Kreatinin3,08 mg/dl<1,4 mg/dl
Kreatininkinase1052 U/l<190 U/l
Bilirubin, gesamt2,4 mg/dl<1 mg/dl
partielle Thromboplastinzeit78,2 s22,1-28,1 s
D-Dimer>35 mg/l0-5 mg/l

Die Blutgasanalyse ergab folgende Werte:

ParameterErgebnisNormwert
pH7,447,35-7,45
pCO 220 mmHg35-45 mmHg
pO 263,4 mmHg75-97 mmHg
HCO 3 -17,8 mmol/l23,24 mmol/l
Basenüberschuss-8,4 mmol/l-2 bis +3mmol/l

Anhand der Symptome und Laborwerte stellten die Ärzte die Diagnose einer schweren Sepsis bei einer ambulant erworbenen Pneumonie.

Rasante Verschlechterung auf der Intensivstation

Trotz einer intravenösen Therapie mit Piperacillin/Sulbactam verschlechtert sich der Zustand des Patienten massiv – er muss endotracheal intubiert und maschinell beatmet werden. Der Hautausschlag entwickelt sich weiter zu einer disseminierten Purpura am ganzen Körper. Zudem zeigt sich an beiden großen Zehen eine beginnende Nekrose. Bei der Aufnahme in die Intensivstation sind die Entzündungsparameter weiter stark erhöht und eine Thrombozytopenie wird nachgewiesen. Die Ärzte führen eine Transfusion mit Thrombozytenkonzentrat und Frischplasma durch.

Differenzialdiagnostisch ziehen die behandelnden Ärzte eine schwere Pneumokokken- oder Meningokokkensepsis (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom) in Betracht. Aber auch ein toxisches Schocksyndrom durch Staphylococcus aureus oder ein hämolytisch-urämisches Syndrom durch verotoxin-bildende Escherichia coli werden diskutiert. Möglicherweise könnte auch eine Autoimmunkrankheit für das Krankheitsbild verantwortlich sein.

Welchen Auslöser für die Symptome vermuten Sie?

Schreiben Sie jetzt Ihre Vermutung im Kommentarfeld unten und erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags, welche Nachfrage der Ärzte den entscheidenden Hinweis auf die tatsächliche Ursache lieferte.

  1. El-Battrawy I et al. Dyspnoe und Hautausschlag bei einem 49-jährigen Patienten. Internist 2017; 58: 282-286.

Bildquelle: ©Tashi-Delek- istockphoto.com

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