29. Juni 2018

7 Wochen Übelkeit & Erbrechen ohne erkennbare Ursache

Eine zuvor gesunde 44-jährige Frau leidet wochenlang unter Übelkeit und Erbrechen. Trotz Diagnostik und Therapieversuchen können die Ärzte den Zustand nicht bessern. Im Gegenteil: Mit weiteren Symptomen landet die Patientin auf der Intensivstation.

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Beitrag beruht auf einer Publikation im British Medical Journal, die Christoph Renninger für Sie zusammenfasst.1

Hartnäckige Übelkeit, aber kaum andere Beschwerden

Die 44-Jährige wird von der Kliniknotaufnahme auf die gastroenterologische Station überwiesen, da sie seit sieben Wochen unter zunehmender Übelkeit und Erbrechen leidet. Sie hat in dieser Zeit bereits 13 kg an Körpergewicht verloren. Sie klagt jedoch nicht über Symptome wie Bauchschmerzen, Spannungsgefühle oder Diarrhö.

Ihr Hausarzt hat der Frau drei Wochen zuvor Antiemetika (Domperidon und Ondansetron), sowie Psychopharmaka (Flupentixol, später Melitracen und schließlich Olanzapin) verordnet, die Therapie hat jedoch keine Veränderung gebracht.

Untersuchungen der Leber, Nieren und Schilddrüse sind unauffällig, ebenso die Routine-Tests auf Autoimmunkrankheiten. Auch die Werte für Blutzucker und Hämoglobin sind normal. Eine Gastroskopie und ein CT-Scan des Abdomens zeigen keine Auffälligkeiten. Im MRT des Kopfs ist eine sehr kleine, hyperintense Läsion der Medulla oblongata zu sehen, die nicht als ungewöhnlich angesehen wird.

Lähmungserscheinungen und Reflexverlust

Acht Tage nach der Aufnahme in die Klinik verschlechtert sich der Zustand der Frau massiv. Sie entwickelt eine metabolische Alkalose und eine akute respiratorische Insuffizienz. Sie wird auf die Intensivstation verlegt und dort künstlich beatmtet.

Bei der weiteren Untersuchung stellen die Ärzte folgende Symptome fest:

  • Paralyse des rechten Beins,
  • horizontaler Nystagmus,
  • Verlust des Pharyngealreflex,
  • Verlust der Sehnenreflexe auf der rechten Körperseite,
  • positives Babinski-Zeichen an beiden Körperseiten.

Eine spezielle Laboranalyse und eine erneute Bildgebung führen schließlich zur Diagnose.

Was der Auslöser für die Übelkeit ist, welche therapeutischen Maßnahmen die Ärzte ergreifen und wie es der Patientin heute geht, erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Zhang Y et al. A woman with intractable nausea and vomiting. BMJ 2018; 361: k1082.

Bildquelle: © istock.com/metamorworks

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