28-jähriger Fußballer klagt über Bauch- und Muskelschmerzen sowie Müdigkeit
Fußballspielen ist seine Leidenschaft: Mindestens zweimal wöchentlich geht ein 28 Jahre junger Mann seinem Hobby nach. Normalerweise. Doch seit zwei Wochen klagt der Landschaftsgärtner über Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber und Müdigkeit. Seine Beschwerden deuten auf eine bei Sportlern gefürchtete Verletzung hin. Worum handelt es sich?
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Autoren: Thomas D. Pinkney, Simon F. Hobbs, Timothy D. Stone, Tim C.F. Sykes | Redaktion: Benjamin Burgard
Ein 28-jähriger Fußballspieler mit Asthma in der Anamnese stellt sich in der Notaufnahme mit intermittierenden Unterbauchschmerzen, weichem Stuhl, Muskelschmerzen und leichtem Fieber vor. Die Beschwerden bestehen seit 2 Wochen. Sie setzten nach einer Episode mit Durchfall und Erbrechen ein, von der auch seine Frau und seine Kinder betroffen waren.
Während die Beschwerden bei seiner Familie schon bald wieder verschwunden waren, entwickelten sich seine Symptome weiter. Normalerweise war er körperlich sehr aktiv und spielte mindestens zweimal wöchentlich Fußball. Doch in letzter Zeit war er einfach zu erschöpft, um sich körperlich zu betätigen.
Die einzige aktuelle Medikation ist ein Salbutamol-Inhalator, den er sporadisch bei Asthmaanfällen anwendet. Er arbeitet als Landschaftsgärtner und kommt gelegentlich mit frischem Tierdung in Berührung. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und der Exposition gegenüber Mist hatte sein Hausarzt eine Leptospirose als mögliche Ursache seiner Beschwerden in Betracht gezogen. Die Laboruntersuchungen des Blutes und des Urins des Mannes auf Leptospirose waren jedoch negativ.
Ergebnisse der körperlichen Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung erscheint der Patient leicht dehydriert mit eingesunkenen Augen und vermindertem Hautturgor. Die Vitalparameter sind: Blutdruck 121/65, Puls 90/min, Atemfrequenz 20/min, Körpertemperatur 38,1 °C, Sauerstoffsättigung 98% bei Raumluft.
Das Abdomen ist weich und nicht aufgebläht. Die Darmgeräusche sind lebhaft. Im Unterbauch besteht bei der Palpation eine Druckschmerzhaftigkeit mit Punctum maximum über der linken Fossa iliaca und suprapubisch mit lokalem Rebound und Guarding. Eine Organomegalie oder Hernien wurden nicht festgestellt. Die übrigen kardialen, respiratorischen und neurologischen Untersuchungsbefunde waren unauffällig.
Blutbild zeigt erhöhte Leukozyten
Es wird ein peripherer Zugang gelegt, Blut abgenommen und zur Laboruntersuchung geschickt. Röntgenaufnahmen des Abdomens und des Thorax in aufrechter Position folgen. Bei den Laborwerten fallen eine Leukozytose von 15.000 Zellen/µl (normal 4.500-11.000 Zellen/µl) und ein CRP-Wert von 212 mg/l (normal < 5 mg/l) auf. Die übrigen Laborwerte liegen im Normbereich, und auch die Röntgenaufnahmen von Abdomen und Thorax sind unauffällig.
Im Urintest finden sich weder Blut noch vermehrt Leukozyten. Es wird ein CT von Abdomen und Becken durchgeführt, das einen Entzündungsherd tief in der Schambeinfuge erkennen lässt. Darauf wird auch noch ein MRT des Beckens durchgeführt (s. Abb.).

Zu diesem Zeitpunkt trifft auch das Ergebnis der angelegten Blutkultur ein und liefert einen positiven Staphylococcus-aureus-Befund.
Erfahren Sie im zweiten Teil der Kasuistik, welche Diagnose hinter den Symptomen des 28-Jährigen steckt und wie ihm geholfen werden konnte.
Dieser Beitrag ist im Original auf Medscape.com erschienen.

