04. Juni 2020

Internistenkongress 2020

Mobile Health in der Schlafmedizin

Können telemedizinische Anwendungen das Schlaflabor ersetzen? Welche Chancen und Risiken bergen medizinische Apps? Prof. Dr. Christoph Schöbel, Professor für Schlaf- und Telemedizin an der Universität Duisburg-Essen, beantwortet diese Fragen im Video-Interview.

Redaktion: Dr. med. Laura Cabrera

  • Video-Transkript

    Mobile Health in der Schlafmedizin

    (00:05):
    Laura Cabrera:
    Warum „mHealth“ (mobile Health) in der Schlafmedizin?

    Prof. Christoph Schöbel: Schlafmedizin ist eine der jüngeren Wissenschaften in der Inneren Medizin und Schlafstörungen zeigen eine hohe Prävalenz in der Bevölkerung. Leider gibt es einfach nicht genügend Schlafspezialisten.

    Dazu kommt noch, dass viele Primärärzte, sprich Hausärzte oder andere Internisten, nicht oder wenig über Schlaf ausgebildet wurden. Da sich Schlafmedizin auch wirklich dynamisch entwickelt, sind natürlich viele Erkenntnisse auch noch gar nicht so alt, dass sie irgendwie Einzug in die medizinische Ausbildung halten konnten. Und auch da ist Schlafmedizin in den Lehrplänen der deutschen Universitätsmedizin auch eher unterrepräsentiert.

    Hier kann natürlich Mobile Health helfen. Hintergrund ist, dass viele „Wearables“, die auf dem Markt verfügbar sind, neben der Aktivität auch Aussagen über den Schlaf machen. Das heißt, es beschäftigen sich etliche Menschen jetzt mit ihrem Schlaf, die sich früher damit nicht beschäftigt haben. Ob das immer positiv ist, muss man von Einzelfall zu Einzelfall sicher entscheiden.

    Aber das Allerwichtigste ist, dass wir aktuell bei den meisten dieser Methoden Wearables oder Apps gar nicht wissen, ob die überhaupt das messen, was sie vorgeben zu messen. Sprich, uns fehlen einfach Validierungen gegen den diagnostischen Goldstandard. Wir wissen also gar nicht, wie wir diese Daten wirklich einsetzen können.

    Trotzdem eröffnen sie die Möglichkeit, dass wir Schlaf auch in der natürlichen Umgebung der Patienten messen können. Etwas, was aktuell nicht wirklich möglich ist. Denn der Goldstandard der Diagnostik, die sogenannte Polysomnographie, sprich die Schlaflaboruntersuchung, findet nun mal in einem Schlaflabor statt. Und da kommen entsprechend viele Kabel an den Körper. Sie schlafen in einer ungewohnten Umgebung, und natürlich schlafen die Patienten dort nicht so, wie sie zu Hause schlafen. Das ist, ehrlich gesagt, auch gar nicht die Idee hinter einem Schlaflabor, sondern bei einem Schlaflabor geht es darum zu gucken, ob eine körperliche Ursache hinter der Schlafstörung steckt oder nicht.

    Aber neue Sensorik verspricht da sozusagen einen besseren Blick hinter die Kulissen. Einmal können wir, wie gesagt, den Schlaf nicht nur zu Hause messen, sondern können ihn auch über eine längere Zeit messen. Denn das ist ein Riesenproblem aktuell. Das Schlaflabor, da geht ein Patient für eine bis zwei Nächte hin. Das heißt, wir haben immer nur ein Abbild von ein bis zwei Nächten und jeder von uns weiß, dass jede Nacht ein bisschen anders ist.

    Und auch wir wissen, dass körperliche Ursachen sich dynamisch entwickeln können. Wenn man zum Beispiel die schlafbezogene Atmungsstörung nimmt, eine der am häufigsten vorhandenen organischen Schlafstörungen, sprich Schlafapnoe-Patienten, bei denen die Atemwege im oberen Halsbereich in sich zusammenfallen, wissen wir, dass das eine Erkrankung ist, die nicht nur mit anderen Erkrankungen in Verbindung steht, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern dass sich diese Form der Erkrankung auch über die Lebensspanne verändern kann.

    So zeigen zum Beispiel neue Studien, dass eine Schlafapnoe mit Vorhofflimmern in Verbindung steht und dass die Anzahl an Atemaussetzern von Nacht zu Nacht variieren kann und dass in den Tagen, sprich nach Nächten, wo der Patient viele Apnoephasen hatte, an einem Folgetag diese Patienten dann auch eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, im Vorhofflimmern zu sein. Das sind alles neue Einsichten, die wir uns auch weiter angucken in verschiedenen Studien, wo wir auch neue Sensorik einsetzen. Sensorik, die kontaktarm ist, zum Beispiel Matten, die sie ins Bett legen können, die Bewegungen, sprich Atmungsbewegungen, aber auch Pulsschlag messen können, bis hin zu kontaktloser Sensorik wo Radartechnologie verwendet wird, um auf die Atmung in der Nacht zurück zu schließen.

    Mobile Health hört da aber nicht auf. Es gibt ziemlich viele Apps, die ehrlich gesagt ziemlich viel versprechen können. Aber das sollten wir alles wirklich auch in Studien validieren. Und da gibt ja auch endlich der Gesetzgeber über das digitale Versorgungsgesetz und den Fast-Track von digitalen Gesundheitsanwendungen auch einen Rahmen vor, wie solche Apps dann auch wirklich in der Medizin genutzt werden können, wenn positive Versorgungseffekte nachgewiesen werden können.

    (04:45):
    Laura Cabrera:
    Welche weiteren Vor- und Nachteile hat Telemedizin in der Schlafmedizin?

    Prof. Christoph Schöbel: Aktuell nutzen wir Telemedizin in der Schlafmedizin bezüglich der Überdruck- Therapiegeräte oder nicht invasiven Beatmungsgeräte. Das sind Geräte, die Patienten mit einer Schlafapnoe bekommen, oder Patienten, die eine respiratorische Insuffizienz haben. Sie müssen letztlich auch einen Überdruckbeatmungsgerät in der Nacht zum Beispiel nehmen. Diese Geräte senden nach jeder Nacht die Daten auf eine Cloud, und diese Daten können vom Arzt eingesehen werden. Das hilft uns natürlich, Patienten zu erkennen, die Probleme mit dieser Therapie haben. Wir wissen, dass viele Patienten sich schlecht an diese Therapie gewöhnen und dass gerade die Eingewöhnungsphase eine sehr sensible Phase ist, wo sie auch wirklich entscheidet, nimmt so jemand jede Nacht eine Maskentherapie.

    Das hängt davon ab, ob die Maske gut sitzt, ob sie also dicht ist und ob nicht noch Atemaussetzer da sind. Wir wissen, wenn wir solche Risikopatienten frühzeitig identifizieren, können wir durch Optimierungen, sprich eine andere Maske oder eine Optimierung des Maskensitzes oder auch eine Anpassung der Beatmungsparameter, zum Beispiel dazu kommen, dass diese Patienten länger bei der Therapie bleiben, sprich die Therapie besser nutzen.

    Der Riesenvorteil besteht aber darin, dass nicht nur Sie als betreuender Arzt sich die Therapiedaten angucken können, sondern dass auch der Patient eine Rückmeldung über seine Therapiedaten bekommt. Das bedeutet also, dass er mit diesen rückgemeldeten Therapiedaten auch wirklich Teil seiner Therapie wird, zum Experten seiner eigenen Erkrankung wird und mit Ihnen die Therapie und Probleme auch auf Augenhöhe besprechen kann. Das heißt, wir schaffen es, dass dadurch zusätzlich eine wirklich Therapieadhärenz erzielt werden kann, wo der Patient wirklich mit im Boot sitzt und mit dem Arzt auf Augenhöhe auch reden kann.

    Bezüglich anderer telemedizinischer Maßnahmen, die es aktuell gibt, geht es natürlich darum, Schlaf auch anderweitig zu nutzen. Wir wissen, dass wir besonders die Körperfunktionen im Schlaf am besten messen können. Warum? Nachts liegen wir im Bett, wir machen nicht viel und haben somit eine lange Phase, wo wir Körperfunktionen, Atmung, Herzschlag, Sauerstoffsättigung gut messen können. Gleichzeitig haben wir in der Nacht im Schlaf keine Kontrolle über unsere Körperfunktionen.

    Das heißt, die meisten Funktionen des Körpers laufen auf Autopilot und insbesondere die Kopplung zwischen Herz und Kreislaufsystem sagt aus, wie die Körperfunktionen funktionieren, ob noch alles stabil ist. Das heißt, wir wissen aus Messungen mehrerer Nächte hintereinander, dass man das gut nutzen kann, um Patienten mit chronischen Erkrankungen langzeitig zu kontrollieren und das im Schlaf die frühesten Zeichen auftreten, wenn eine chronische Erkrankung sich zu verschlechtern droht. Das heißt, hier bietet sich uns wirklich ein regelrechtes Testbett, um solche Patienten besser zu kontrollieren

    Gleichzeitig, sie haben es selbst angesprochen, eröffnen uns die Vermessungen, sprich Wearables, die den Schlaf auch bei Gesunden vermessen, die Möglichkeit, dass wir Schlaf auch vielmehr in der Primärprävention nutzen können. Aktuell ist es so, als Schlafmediziner kommen zu ihnen nur Leute, die eh schon Schlafstörungen haben. Viel günstiger wäre es aber, zeitiger anzusetzen, dass Leute gar keine Schlafstörungen erst entwickeln. Damit sind wir im Bereich der Primärprävention. Und wir wissen, dass ausreichend Bewegung und die richtige Ernährung nichts wert sind, wenn sie keine genügende Regeneration haben. Das heißt, Schlaf ist genauso wie Bewegung und Ernährung eine wichtige Säule der Primärprävention. Und damit könnten wir natürlich diese Daten auch nutzen, um Primärprävention besser zu gestalten.

    (08:41):
    Laura Cabrera:
    Welche Voraussetzungen muss eine nützliche App erfüllen?

    Prof. Christoph Schöbel: Generell hat der Gesetzgeber jetzt Rahmen vorgegeben. Die beziehen sich aber auf Apps, die nicht für die Primärprävention eingesetzt werden, sondern digitale Gesundheitsanwendungen, sprich Apps, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden. Die müssen zeigen, dass durch den Nutzen der App, Patienten über ihre Erkrankung besser aufgeklärt werden oder Verschlechterungen frühzeitig erkannt werden oder dass die Apps beim Management von Erkrankungen helfen. Deswegen müssen diese Apps, die für diese Zwecke eingesetzt werden sollen, als Medizinprodukte zugelassen werden und dann auch in Studien zeigen, dass durch die Anwendung der Apps, der digitalen Gesundheitsanwendungen, ein positiver Versorgungseffekt entsteht, z.B. sich die Lebensqualität des Patienten verbessert oder Verschlechterungen frühzeitig erkannt werden. Der Patient Teil seiner Therapie wird und ein regelrechtes Selbstmanagement erlernen kann.

    (09:45):
    Laura Cabrera:
    In welche Richtung wird sich die Telemedizin entwickeln?

    Prof. Christoph Schöbel: Generell wird uns die Telemedizin in der Schlafmedizin helfen, uns auf die Patienten zu konzentrieren, die wirklich in ein Schlaflabor müssen. Es gibt viele Patienten, die z.B. eine Schlafapnoe haben. Aber auch da gibt es verschiedene Risikopatienten, und ich glaube, dass die Entwicklung der Schlafmedizin mehr in den ambulanten Bereich geht, dass wir sozusagen Sensorik einsetzen können, um den Schlaf der Patienten zu Hause zu vermessen, vielleicht bei manchem Patienten auch zu Hause die Diagnostik und vielleicht sogar die Therapieeinleitung zu machen. Allerdings muss man genau sehen, bei welchen Patienten das Sinn macht. Denn wenn man es bei den falschen Patienten macht, kann es auch passieren, dass man diesen Patienten Gefahren aussetzt, die man in der Klinik frühzeitig erkannt hätte.

    Deswegen ist es wichtig, dass diese Sensorik, seien es Apps, sei es Telemedizin oder neue diagnostische Instrumente, dass diese wirklich validiert werden, dass wir uns wirklich darauf verlassen können auf das, was diese neuen Instrumente als Messergebnisse rausspucken.

    Das ist einmal das Wichtige und wir müssen natürlich auch genau in Studien untersuchen, ob auch Sensorik, die sich auf Algorithmen verlässt, wo Algorithmen Daten auswerten, dass wir uns auch auf diese Ergebnisse verlassen können. Denn aktuell ist es so, dass die meisten der Apps die Rohdaten verarbeiten und uns ein Resultat ausspucken und wir überhaupt nicht wissen, wie diese App zu diesem Resultat kommt. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wenn wir uns um die Validierung kümmern, dass uns die Rohdaten zur Verfügung gestellt werden.

    Und da gibt es auch inzwischen eine Vielzahl an Herstellern, die für die Forschung Rohdaten zur Verfügung stellt, um genau das zeigen zu können.

    Aktuell setzte ich in der Schlafmedizin auf die DiGAs. Das ist das, was aktuell wirklich ein bisschen Schwung in die Bude bringt. Das heißt, wir haben endlich die Möglichkeit, dass wir wirkliche validierte Apps einsetzen können, dass wir wirklich neue Technologie zum Wohle des Patienten einsetzen können, dass wir gleichzeitig aber auch gucken können, bringt das überhaupt was. Das heißt, manche DiGAs werden auf den Markt kommen und werden wahrscheinlich im Laufe des Jahres zeigen, der Effekt ist vielleicht gar nicht so durchschlagend, wie man gehofft hat. Das heißt, da wird eine große Dynamik auf dem Markt sein, was natürlich aber auf der anderen Seite auch eine gewisse Unsicherheit bringt.

    Umso wichtiger ist es, dass wir uns als Ärzte mit den Fachgesellschaften auch zusammensetzen. Dass wir uns angucken, wie werden oder wie können diese neuen Methoden genutzt werden. Wir müssen natürlich auch aufpassen, dass Patienten, die diese neuen Methoden nicht nutzen wollen oder die vielleicht gar nicht die technischen Voraussetzungen dafür haben, dass die nicht ins Hintertreffen geraten. Soll also wirklich zum Wohle des Patienten sein.

    Wir müssen darauf aufpassen, dass die Datenschutzgrundverordnung entsprechend befolgt wird. Das ist aber auch die Voraussetzung, dass diese Apps überhaupt als DiGA in Frage kommen. Das heißt, wir können uns dann auf etliche Voraussetzungen verlassen und können uns dann wirklich mit dem medizinischen Nutzen dieser Apps beschäftigen.

    Wichtig ist aber, dass es immer nur in Partnerschaft mit dem Patienten funktionieren kann und auch immer der Patient derjenige ist, der ja einen Benefit davon haben sollte, der merken sollte, dass es ihm dadurch besser geht.

    Prinzipiell denke ich aber, dass darin eine große Chance liegt, dass wir ein Stück weit offen sein sollten dafür, dass es sicher auch, dass diese neue Methodik sicher auch uns mehr Verständnis abverlangt. Mehr Verständnis in der Hinsicht, dass alte Pfade ein bisschen verlassen werden müssen. Es ist nicht vergleichbar mit Medikamenten, die über große, lange Studien entsprechend bewertet wurden. Dass man genau weiß, welche Risiken da bestehen. Deswegen ist es auch richtig, dass wir uns aktuell nur mit Apps beschäftigen, die der Risikoklasse I oder maximal IIa angehören. Das heißt, das werden alles Erkrankungen seien, die jetzt nicht vital lebensbedrohlich sind. Und da sind etliche dieser Erkrankungen auch in der Schlafmedizin angesiedelt.

    Ich denke da zum Beispiel an die chronische Insomnie. Das sind chronische Ein- und Durchschlafstörungen, die keine körperliche Ursache haben. Diese Erkrankungen, bei der früher häufig Schlafmittel verschrieben wurden, sollten nämlich lieber durch kognitive verhaltenstherapeutische Maßnahmen angegangen werden. Allerdings gibt es da viel zu wenige ausgebildete Therapeuten und deswegen können uns hier Apps, die auf diesen Maßnahmen basieren oder diese Maßnahmen nutzen, um den Patienten schrittweise an einen guten Schlaf wieder heranzuführen, sicher gute Dienste leisten, wenn sie bei den richtigen Patienten eingesetzt werden.

    (15:06):
    Laura Cabrera:
    Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf die Telemedizin?

    Prof. Christoph Schöbel: Ich denke, dass die Corona Krise aktuell gezeigt hat, dass Telemedizin richtig angewendet, wirklich von Vorteil sein kann. Ich denke z.B. bei uns an die Patienten, Risikopatienten, die zu Hause mit einer Überdrucktherapie schlafen oder ein Beatmungsgerät haben. Die Patienten, die sonst regelmäßig zu uns in die Klinik zur Kontrolle kommen, aktuell natürlich eher von den Kliniken ferngehalten wurden. Das hat einmal Infektionsschutzgründe, denn solche Patienten haben natürlich ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Auf der anderen Seite haben wir die Bettenkapazität vorgehalten für Corona-infizierte Patienten. Zum Glück sind die befürchteten Zahlen in Deutschland ausgeblieben. Wir können uns langsam öffnen.

    Aber ich glaube, dass Telemedizin, an der richtigen Stelle eingesetzt, nicht nur eine Unterstützung oder eine unterstützende Maßnahme darstellen kann, sondern wirklich auch uns helfen kann, unseren Arbeitsalltag effizienter zu gestalten, uns um wirklich schwere Patienten besser kümmern zu können. Patienten, die gut eingestellt sind, z.B. eine Therapiekontrolle bei Patienten, die ansonsten keine großartigen Therapieprobleme haben, eben über telemedizinische Methoden schneller, einfacher und für den Patienten bequemer durchzuführen ist und wir uns dafür von Angesicht zu Angesicht auf Patienten konzentrieren können, die zum Beispiel wirkliche Probleme haben.

    Allerdings muss man auch hier wieder sagen, nicht alles ist durch Telemedizin durchzuführen. Auch eine Videosprechstunde hat ihren Begrenzungen und wenn diese Begrenzungen da sind und wenn ich nicht weiterkomme, dann ist es natürlich wichtig, dass man den Patienten von Angesicht zu Angesicht sieht und auch nochmal betont, wenn ein Patient diese telemedizinischen Methoden ablehnt, auch dann sollte man den Patienten nicht vom Gegenteil überzeugen wollen, sondern das akzeptieren. Denn es ist ganz wichtig, dass die Patienten, die das, aus welchen Gründen auch immer, ablehnen, nicht ins Hintertreffen geraten.

    (17:15):
    Laura Cabrera:
    Welche Aspekte sind für Sie noch wichtig?

    Prof. Christoph Schöbel: Ich glaube wir sollten ein bisschen mutig sein, offen sein für die neuen Methoden, die es da gibt. Es ist aber auch völlig richtig, dass man Skepsis nicht ganz beiseitelegt.

    Es ist richtig und wichtig, dass man auf Datenschutz achtet. Aber es ist auch wichtig, dass der Patient Herr seiner Daten ist. Das heißt, sämtliche Bemühungen sollten sich darauf fokussieren, dass wir möglichst unseren Patienten helfen. Wenn uns neue digitale Methoden dabei helfen sollen, bin ich offen. Allerdings ist es wichtig, dass es im gesetzlichen Rahmen läuft, dass diese Daten nicht von ausländischen Firmen abgegriffen werden, für welche Zwecke auch immer und sich vielleicht irgendwann als Boomerang gegen den Patienten richten.

    Deswegen ist es auch wichtig, dass diese digitalen Methoden helfen können, das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wirklich zu stärken. Und, das ist für mich ein ganz großer Vorteil der digitalen Methoden, dass sie wirklich das erste Mal die Möglichkeit bieten, dem Patienten noch besser an seiner Therapie partizipieren zu lassen. Ihn wirklich Teil seiner Therapie werden zu lassen, dass er als Experte seiner eigenen Erkrankung mit uns Ärzten auf Augenhöhe diskutieren kann. Das finde ich eine der größten Vorteile der digitalen Methoden.

Video-Inhalte im Überblick

Die Themen sind im Verlaufsbalken im Video-Player markiert.

  • Apps in der Schlafmedizin 0:05
  • Vor- und Nachteile von medizinischen Apps 4:45
  • Vorraussetzunge für eine nützliche App 8:41
  • Die Zukunft der Telemedizin 9:45
  • Der Einfluss der Corona-Krise 15:06
  • Apps und Datenschutz 17:15

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren