05. Juni 2019

Update Lungenforschung

Diese Therapien könnten es bald in die Klinik schaffen

Dank der Erforschung der embryonalen Entwicklung der Lunge können Rückschlüsse auf neue Therapieansätze für Lungenerkrankungen gezogen werden. Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) entwickelt derzeit innovative medikamentöse Ansätze für die pulmonal-arterielle Hypertonie, die Lungenfibrose und auch das Lungenemphysem.

Interview und Redaktion: Marina Urbanietz und Laura Cabrera

Atemtest zur Früherkennung von Lungenkarzinomen

Lungenkarzinome könnten in Zukunft mit einem Atemtest früh erkannt werden. Zwei embryonale Splicing-Varianten, die bei der Entwicklung von Lungenkarzinomen reaktiviert werden, können im Atemkondensat von Patienten identifiziert werden. Bis jetzt zeigte der Test eine hohe Spezifität und Sensibilität. Derzeit wird er an einem größeren Studienkollektiv getestet und weiterentwickelt.1

Pulmonal-arterielle Hypertonie

Bei der pulmonal-arteriellen Hypertonie muss sich derzeit der Wirkstoff Riociguat, der die Wirkung der löslichen Guanylatcyclase nachahmt und dadurch zu einer NO-vermittelten Vasodilatation führt, klinisch beweisen. Daneben befindet sich inhalatives Imatinib in der Erprobungsphase. Der Tyrosinkinase-Inhibitor ist in der Lage, den Umbauprozess der Lungenarterien rückgängig zu machen. Systemisch führte er allerdings zu gehäuften Subduralhämatomen, weshalb nun die topische Anwendung untersucht wird. Mehr dazu erfahren Sie in unserem 2-minütigen Video-Interview mit Prof. Dr. med. Werner Seeger, Vorstandsvorsitzenden und Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung.

Videodauer: 2,5 Minuten

Lungenfibrose

Für die Behandlung von Lungenfibrose befinden sich derzeit verschiedene Therapien in der Entwicklung, die an den Signaltransduktionswegen ansetzen. Bis jetzt sind lediglich die Wirkstoffe Pirfenidon und Nintedanib zugelassen. Mehr dazu finden Sie im folgenden Video.

Videodauer: 1 Minute

COPD: Aktuelle Empfehlungen
Die neuesten Behandlungsempfehlungen zur chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung finden Sie hier mit freundlicher Unterstützung von Deximed.

Lungenemphysem

Beim Lungenemphysem war der “Rückbau” des pathologischen Prozesses im Tierversuch erfolgreich. So konnte bei erwachsenen Mäusen, die geraucht haben, durch gezielte Ansteuerung der induzierbaren NO-Synthase, das Wachstum neuer Alveolen induziert werden. Was dies für die Klinik bedeutet, erläutert Prof. Seeger in unserem Video-Interview.

Videodauer: 1 Minute

  • Organoide sind Modelle von Organen, die klassischerweise aus Stammzellen entwickelt werden. Auf diesem Weg kann man im Labor z.B. Alveolen herstellen. Eine Alternative dazu bilden Organoide aus Gewebeschnitten, die ex vivo am Leben erhalten und untersucht werden können. So kann beispielsweise die Wirksamkeit einer bestimmten Therapie am Gewebeschnitt erprobt werden. Diese beiden Varianten ergänzen die Versuche am Tiermodell.

Prof. Dr. med. Werner Seeger ist Vorstandsvorsitzender und Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung. Außerdem ist er Direktor der Medizinischen Klinik II und Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

  1. Bundesministerium für Bildung und Forschung: “Atemtest zur Früherkennung von Lungenkrebs“, September 2017

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