24. Juli 2020

Teil 3

Hyponatriämie: Ursachen, Therapien und Fazit zum Fall

Zum Schluss ihres Vortrags zählt Dr. Abu-Tair nochmals die häufigsten Gründe einer Hyponatriämie sowie Therapieoptionen auf und zieht ein Fazit aus dem vorliegenden Patientenfall.

Lesedauer: 1 Minute

Häufige Ursachen von Hyponatriämien

Dr. Abu-Tair zählt folgende mögliche Ursachen von Hyponatriämien auf:

  • Gastrointestinale Verluste (Erbrechen und Durchfall)
  • Medikamente (Thiaziddiuretika; Neuroleptika etc.)
  • Leberzirrhose
  • Herzinsuffizienz
  • SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)

Mögliche Ursache einer SIADH

  • ZNS-Erkrankungen: Tumoren, entzündliche ZNS-Erkrankungen, Schädel-Hirn-Trauma, Insult, GBS, akute Psychose
  • Tumorerkrankungen: Bronchial- und Pankreaskarzinome, Lymphome etc.
  • Lungenerkrankungen: entzündliche Erkrankungen, Asthma bronchiale, CF
  • Medikamente: ADH Analoga, Chlorpropramid, Vincristin, Cyclophosphamid, Carbamezepin, trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika, NSAR

Therapie der Hyponatriämie

    • 150 ml 3 % NaCl über 20 min; gegebenenfalls Wiederholen. Ziel: Anstieg des Serum-Natriums um 5mmol/l
    • Versorgung auf einer Station mit engmaschiger Überwachungsmöglichkeit
    • Ziel: Natriumanstieg um 10 mmol/l in den ersten 24 h, dann 8 mmol/l/24 h

    • Alles entsorgen, was eine Hyponatriämie begünstigt
    • Gegebenenfalls einmalig 150 ml 3 % NaCl über 20 min
    • Gegebenenfalls einmalig 150 ml 3 % NaCl über 20 min
    • Bei fehlender klinischer Besserung Differenzialdiagnosen abarbeiten (z.B. im Zweifel ein CT durchführen)

    • Ursachen beheben

Das Fazit von Dr. Abu-Tair

Hyponatriämien sind nicht selten: Sie treten bei 10 – 15 % aller hospitalisierten Patienten auf und sind ein ernstzunehmendes Krankheitsbild. Allerdings werden sie häufig unterschätzt und selten abgeklärt. Ursächlich ist ein relativer Wasserüberschuss bei unzureichender Ausscheidung und/oder eine erhöhte Wasserzufuhr. Meistens handelt es nicht um ein Zuwenig an Natrium, sondern um ein Zuviel an Wasser! Kochsalzinfusionen sind als Maßnahmen nicht die Lösung. Die Differenzialdiagnose ist wichtig, um eine Therapieentscheidung zu treffen.

1. Vortrag von Dr. Mariam Abu-Tair, DGIM-Onlinekongress 2019

Bild: © GettyImages/Deagreez

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