26. April 2018

DGIM-Kongress Poster 2018

Hochintensives Intervallausdauertraining fördert körperliche Fitness bei Krebspatienten

Krebspatienten weisen ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko auf. Als eine der Ursachen wird neben den kardiotoxischen Wirkungen einiger Krebsmedikamente auch eine verminderte körperliche Aktivität vermutet. Mit Ausdauertraining in Form eines hochintensiven Intervalltrainings (HIIT) kann man möglicherweise gezielt gegensteuern.

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Beitrag basiert auf einem Poster, das im Rahmen der 124. Jahrestagung der DGIM vorgestellt wurde.1

Schlechte kardiovaskuläre Prognose bei Krebs

Die geringe kardiorespiratorische Fitness, die man bei vielen Krebspatienten findet, geht mit einem erhöhten postoperativen Komplikationsrisiko und einer insgesamt schlechteren Prognose einher. Regelmäßiges Ausdauertraining ist daher eine wichtige Säule der supportiven Krebstherapie.

HIIT ist eine spezifische Form des Ausdauertrainings, mit der sich die körperliche Fitness besonders effektiv und zeiteffizient verbessern lässt. Dejan Reljic und seine Kollegen vom Hector-Zentrum für Ernährung, Bewegung und Sport an der Universität Erlangen führten jetzt eine strukturierte Literaturrecherche und Metaanalyse zur Effektivität und Machbarkeit dieses Trainings bei Krebspatienten durch.

Patienten halten sich an den Trainingsplan

Ausgewertet werden konnten 7 Studien, die insgesamt 197 Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen einschlossen. Die Interventionen erfolgten im Mittel über 8 Wochen, wobei durchschnittlich dreimal pro Woche (im Schnitt 32 min pro Einheit) trainiert wurde. Die mittlere Belastungsintensität des HIIT betrug 91% der maximalen Herzfrequenz.

Die Compliance war mit 92% der Patienten sehr hoch – nur 4% brachen das Training vorzeitig ab. In keiner der Studien wurden schwerwiegende unerwünschte Ereignisse beobachtet.

Relevante Effekte und geringere Mortalität

Insgesamt stieg die maximale Sauerstoffaufnahme (VO 2 max) in den Trainingsgruppen um 3,5 ml/kg/min. Dies entspricht einer metabolischen Einheit (MET) und ist klinisch relevant, schreiben die Autoren.

So ist eine Erhöhung der körperlichen Fitness um 1 MET mit einer Reduktion der Gesamtmortalität um 12% assoziiert. Trotz der relativ hohen Belastungsintensitäten waren Verträglichkeit und Akzeptanz bei den krebskranken Patienten sehr gut.

  1. Reljic D et al. Machbarkeit und Wirksamkeit von hochintensivem Intervallausdauertraining bei Tumorpatienten: Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse. Poster auf dem 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), 14. – 17. April, Mannheim

Bildquelle: © iStock.com/gradyreese

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