22. Februar 2018

Check-up 35 in Diskussion: Beibehalten oder ändern?

Aktuell wird der Check-up im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) neu verhandelt. Im Vorfeld hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ein Diskussionspapier verfasst, in dem sie Vorschläge für Änderungen und Ergänzungen am Check-up 35 macht. (Lesedauer: ca. 1 Minute)

Der Gesundheitscheck kann ab dem 35. Geburtstag alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden und umfasst eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung und die Bestimmung einiger Blut- und Urinwerte. Diese können auf beginnende oder bislang unentdeckte Probleme wie Nierenschäden, Herz-Kreislauf-Risiken oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes hindeuten.

Zweifel am Wert der Untersuchung

Der Wert einer solchen allgemeinen Gesundheitsuntersuchung war in den letzten Jahren jedoch in Zweifel gezogen worden, nachdem eine große Metaanalyse keinen Effekt auf die Überlebenszeit der Teilnehmer gefunden hatte – auch nicht in Bezug auf Herz-Kreislauf-Todesfälle, obwohl die Suche nach kardiovaskulären Risikofaktoren einen der Schwerpunkte des Check-ups darstellt.

Internisten betonen gewichtige Vorteile des Check-ups 35

Die Internisten verweisen jedoch auf gewichtige Vorteile des Tests jenseits dieser sogenannten “harten” Endpunkte. So können sich bei den Teilnehmern etwa der Blutdruck, der Cholesterinspiegel oder das Rauchverhalten nach entsprechenden Interventionen verbessern. Auch “weiche” Parameter, beispielsweise eine Stärkung des Arzt-Patient-Verhältnisses, schlagen aus Sicht der DGIM-Experten positiv zu Buche. Es werde dadurch leichter, Patienten zur Teilnahme an anderen Screenings – etwa zur Krebsvorsorge – oder an Disease Management-Programmen zu motivieren.

Im coliquio-Forum wird ebenfalls über den Check-up 35 diskutiert. Erfahren Sie hier, wie Ihre Kollegen die Untersuchung bewerten: “Check-up 35: Sinnvoll oder überflüssig?”

DGIM schlägt Verbesserungen vor

Dennoch sieht die DGIM auch Raum für Verbesserungen. Das Positionspapier spricht sich unter anderem für folgende Änderungen aus:

  • Serumkreatinin-Wert: Um die Diagnostik von Nierenerkrankungen zu verbessern, sollte im Rahmen des Check-ups auch der Serumkreatinin-Wert bestimmt werden.
  • Blutfettwerte: Auch sollten die Blutfettwerte detaillierter aufgeschlüsselt werden als es der Check-up bislang vorsieht.
  • HbA1c-Wert: Bei Patienten mit vorhandenen Risikofaktoren wie Übergewicht oder Hypertonie sollte neben der Nüchternglukose auch der HbA1c-Wert bestimmt werden.

Der gerade veröffentlichte Beschlussentwurf des G-BA berücksichtigt diese Änderungen bereits.

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Titelbild: iStock. Bildnachweis: Antonio_Diaz

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