24. Juli 2020

Teil 2

Älterer Herr mit Schwindel und mehrfachen Stürzen

Erfahren Sie hier die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen und zu welcher Diagnose die Ärzte um Dr. Abu-Tair im vorliegenden Patientenfall gekommen sind.

Lesedauer: 1,5 Minuten

Die Messungen von Natrium, Osmolalität und Serumosmolalität ergeben folgendes:

  • Urinosmolalität: 273 mosm/kg (Referenzbereich 50 – 1200 mosm/kg)
  • Urin-Natrium 30 mmol/l 
  • Serumosmolalität 249 mosm/kg (Referenzbereich 280 – 300 mosm/kg)

Weshalb ist der Natriumwert im Urin so hoch?
Der hohe Natriumwert im Urin des Patienten ist auffallend, erläutert Dr. Abu-Tair. Bei ihm würde man aufgrund der Anamnese eher eine Ödem-verursachende Erkrankung vermuten. Hier müsse man aufpassen, so die Nephrologin: „Denn bei Patienten, die Diuretika einnehmen, kann man das Natrium im Urin eigentlich nicht so richtig verwerten, da es unter dieser Voraussetzung immer etwas erhöht ist.“

Diagnose des Patienten

In der Zusammenschau der vorliegenden Ergebnisse kommen folgende Ursachen der Hyponatriämie infrage: Herzinsuffizienz, Leberzirrhose sowie nephrotisches Syndrom.  

Aufgrund dieser Verdachtsdiagnosen wird der Patient im nächsten Schritt geröntgt. Der Röntgen-Thorax zeigt dabei

  • ein deutlich vergrößertes Herz,
  • Überwässerungszeichen und
  • einen Pleuraerguss auf der rechten Seite.

Damit lautet die Diagnose: Patient mit hypervolämer Hyponatriämie infolge einer kardialen Dekompensation

  • Die Ärztin und ihre Kollegen entschieden sich deshalb im vorliegenden Fall für eine Volumenrestriktion. Außerdem haben sie das Torasemid gering erhöht (30 mg) und HCT auf 12,5 mg reduziert.

Der Krankheitsverlauf des Patienten im Überblick
DatumNatrium
11. April123 mmol/l
12. April129 mmol/l
16.April139 mmol/
22.April142 mmol/l

  • Gewichtsverlauf: Aufnahme 90 kg; Entlassung: 75,6 kg
  • Neurologische Symptomatik: Abklingen der „Schwindelgefühle“ am dritten Tag des Aufenthaltes
  • Röntgen-Thorax bei Entlassung: Der Patient ist deutlich rekompensiert, hat nur noch geringe Randwinkelergüsse, ansonsten ist die Flüssigkeit verschwunden.

Zum Schluss ihres Vortrags geht Dr. Abu-Tair auf die häufigsten Ursachen einer Hyponatriämie und Therapieoptionen ein und zieht ein Fazit aus dem vorliegenden Patientenfall.

1. 1. Vortrag von Dr. Mariam Abu-Tair, DGIM-Onlinekongress 2019

Bild: © GettyImages/akinbostanci

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