06. Mai 2021

DGIM-Kongress 2021

Ein Internistenkongress der (eigentlich) nicht endet

Welche Veranstaltungen am häufigsten besucht wurden, was Teilnehmer am Online-Format schätzen, warum der Kongress nicht endet und wie die Planungen für das Jahr 2022 aussehen.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf den Presseveranstaltungen des 127. Internistenkongresses und dem DGIM-Talk vom 3.Mai 2021. Redaktion: Sebastian Schmidt

Der 127. Internistenkongress hat nach der coronabedingten Absage im Vorjahr eine erfolgreiche Premiere als Online-Kongress gefeiert. „Das Programm hat die enorme Bandbreite der Inneren Medizin und der DGIM als Fachgesellschaft widergespiegelt“, freut sich Professor Dr. med. Sebastian Schellong, Präsident des 127. Internistenkongresses und scheidender Vorsitzender der DGIM. Darin waren sich auch die weiteren Teilnehmer des DGIMTalk am 3.Mai einig.

Bemerkenswert sind die Zahlen zur Veranstaltung: Insgesamt nutzten über 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich zu aktuellen Themen zu informieren. Mehr als 1.100 Vorträge in 340 Sitzungen auf 16 Kanälen standen zur Wahl.

Vorträge sind noch ein ganzes Jahr verfügbar

Wer nicht alle Vorträge ansehen konnte, darf sich freuen. Denn die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hat sich dazu entschlossen, das Veranstaltungsprogramm für ein ganzes Jahr in einer Mediathek zur Verfügung zu stellen. Auch für Kolleg:innen, die nicht teilnehmen konnten gibt es die Möglichkeit aus diesem Fundus zu schöpfen. Denn eine Anmeldung ist auch weiterhin möglich. So dauert der 127.DGIM-Kongress also on-demand weiter an.

Highlight-Themen treffen drängende Fragen

Mit den Highlight-Themen, die schon im Vorfeld des Kongresses kommuniziert worden waren, hat das Organisations-Team offensichtlich einen Nerv getroffen. Das zeigen auch die meistbesuchten Veranstaltungen. Die Schwerpunkte lagen beispielsweise auf den Themen Covid-19 in der Inneren Medizin, Psychosomatik, Gendermedizin und der Rolle der Medizin im postfaktischen Zeitalter.

Einen Schwerpunkt setzten die Macher des Ärztekongress für Innere Medizin auf das Thema Klimawandel. Entsprechend prominent besetzt war das Diskussionspanel „Klimawandel und Gesundheit –welche Verantwortung haben Ärztinnen und Ärzte?“ mit Kongress-Präsident Sebastian Schellong, Moderator und Sachbuchautor Eckardt von Hirschhausen, Medizinethikerin Verina Wild und RKI-Präsident Lothar Wieler.

Die Top 10 der besuchten Veranstaltungen

  1. COVID-19 in der Inneren Medizin
  2. Hyponatriämie
  3. Angiologie für den Generalisten
  4. Update Herzrhythmusstörungen
  5. Stoffwechsel 2021 – Update medikamentöse Therapie
  6. Medical overuse 1: Medikamente
  7. Festliche Abendveranstaltung mit Präsidentenrede 2021
  8. COVID-19 Versorgungsaspekte
  9. Psychosomatik: kurz und bündig
  10. Covid-19-Impfung vs. Standardimpfungen – Rosenkrieg oder friedliche Koexistenz?

Lehren aus dem ersten digitalen DGIM-Kongress

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DGIMTalks am 3.Mai diskutierten auch die Frage, welche Elemente des Online-Kongresses für die Veranstaltung im kommenden Jahr übernommen werden sollten und wie das zukünftige Format aussehen kann.

Die deutlichste Änderung ist die Kürzung der Vortragsslots von 90 auf 75 Minuten. Denn die Teilnehmer des Internistenkongresses 2021 hatten sich mehr Zeit für Diskussion gewünscht. Zugleich bedeutet dies jedoch auch, dass im kommenden Jahr weniger Referent:innen ihre Erkenntnise auf der Plattform austauschen können. Die Formate der Jungen Internisten und auch das englischsprachige Vortragsangebot wird es auch 2022 wieder geben.

140 Jahre Internistenkongress im Jahr 2022

„Das Jahr 2022 markiert das 140-jährige Jubiläum der DGIM, die 1882 in Wiesbaden gegründet wurde. Wir werden dieses Ereignis vor Ort gebührend feiern und gleichzeitig alle Vorzüge der Online-Präsentation in das Veranstaltungsprogramm einbauen. Unsere Mitglieder und Teilnehmer sollen die Wahl haben, wie sie den Kongress besuchen“, sagt Professor Dr. med. Markus Lerch, Präsident des 128. Internistenkongresses und Ärztlicher Direktor des LMU-Universitätsklinikums München.

So wolle er die Vorteile der digitalen Veranstaltung und den Reiz der persönlichen Begegnung miteinander verbinden. Immerhin 61% der zugeschalteten Kolleg:Innen bei DGIMTalk vermissten genau diese persönlichen Gespräche bei einer Präsenzveranstaltung.

Der 128. DGIM-Kongress wird unter dem Motto „Die Grenzen der Inneren Medizin“ stehen. Dabei wird es um die verschiedene Facetten rund um das Motto gehen, von den Grenzen ärztlichen Handelns, Grenzen zwischen den Fachgebieten, Grenzverschiebungen durch die Wissenschaft. Aber auch Themen wie Big Data in der Medizin, OMICS Data, Precision Medicine werden Schwerpunktthemen sein.

Titelbild: © Getty Images/fizkes

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