28. Oktober 2019

Urologen schlagen Alarm

Wichtige Krebsuntersuchungen können bald nicht mehr geleistet werden

Foto: ©Knappschaftsklinikum Saar/urologie-gestalten.de
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Die urologische Untersuchung zur Diagnostik von Blasenerkrankungen und zum Ausschluss von Blasentumoren sowie deren Nachsorge, die Zystoskopie, wird möglicherweise von niedergelassenen Urologen in Zukunft nicht mehr erbracht. 1

Lesedauer: 1 Minute

Berufsverband empfiehlt, vorerst keine ambulanten Zystoskopien anzubieten

Nach seiner Herbstsitzung an diesem Wochenende empfiehlt der Hauptausschuss des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. (BvDU) seinen Mitgliedern, diese Untersuchungen ab Mitte November im Rahmen einer befristeten Aussetzungsaktion bei den Patienten nicht mehr anzubieten. Hintergrund sind immer umfassendere Anforderungen an die Aufbereitung der Instrumente sowie Vorgaben zum Nachweis der durchgeführten Maßnahmen, die in manchen Bundesländern auch noch kostenpflichtig von externen Prüfern abgenommen werden müssen.

Hygieneleitlinien bilden die Situation in Kliniken ab

Diese Hygieneleitlinien, die von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelt werden, dienen als Grundlage und Standard für die erforderlichen Präventionsmaßnahmen, bilden aber im Kern die Situation in Kliniken und Krankenhäusern ab und sind nicht – ohne erheblichen logistischen und personellen Aufwand – in die ambulante Versorgung übertragbar. So hat das Gesundheitsamt Ludwigshafen bereits Ende des vergangenen Jahres mehreren urologischen Praxen in Rheinland-Pfalz die Durchführung von Zystoskopien untersagt, weil die ergriffenen Aufbereitungs-Maßnahmen nicht durch externe Prüfer validiert worden waren.

Höchste hygienische Maßstäbe haben Priorität

„Viele Urologen haben sich bereits an die Kassenärztlichen Vereinigungen und auch die Krankenkassen gewandt, um dieses Problem zu adressieren – bisher leider ohne Erfolg. Die Situation verschärft sich seit Jahren. Die rechtsverbindlichen Leitlinien der Fachgesellschaften unterscheiden nicht zwischen ambulanter und stationärer Anwendung. In den Kliniken sind die entsprechenden Prozesse für Aufbereitung und Validierung meist schon vorhanden. Dort gibt es viele operative Endoskopien – in den Praxen steht der diagnostische Einsatz des Endoskops im Vordergrund. Selbstverständlich wollen wir die höchsten hygienischen Maßstäbe auch für unsere Patienten in der ambulanten Versorgung. Aber dafür müssen dann auch die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit diese qualifiziert, wohnortnah und flächendeckend sichergestellt werden kann“, erläutert Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen.

  1. Pressemitteilung des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. vom 27.10.2019

Bildquelle: ©Knappschaftsklinikum Saar/urologie-gestalten.de

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