25. März 2020

Covid-19

WHO untersucht in SOLIDARITY-Studie 4 potenzielle Therapien

<span>WHO</span>-Generalsekretär Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus
WHO-Generalsekretär Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird eine internationale Studie zur Behandlung von Covid-19 koordinieren. Die SOLIDARITY-Studie wird sich auf 4 mögliche Therapieansätze fokussieren.1 Laut WHO-Generalsekretär Tedros Ghebreyesus soll die neue umfassende Studie klare und aussagekräftige Evidenz zur Therapie erbringen.2

Lesedauer: 1,5 Minuten

Die Studie ist so aufgebaut, dass anhand der Daten entschieden werden kann, welche Therapie am effektivsten ist. Gleichzeitig soll die Zusatzbelastung von Kliniken durch die Studienteilnahme minimal sein.

Die SOLIDARITY-Studie untersucht folgende 4 Therapieansätze:

  • das neue antivirale Medikament Remdesivir, das von Gilead als Ebolamedikament entwickelt wurde,
  • Lopinavir und Ritonavir, antiretrovirale Medikamente, die gegen HIV eingesetzt werden,
  • Lopinavir und Ritonavir in Kombination mit dem Immunsystemregulator Interferon-β,
  • die Malariamedikamente Chloroquin und Hydrochloroquin.

Die Medikamente werden gegen die Standardtherapie getestet: Diese besteht aus supportiven Maßnahmen, die bei Bedarf um eine Sauerstoffgabe und Beatmung erweitert werden. Die Expertengruppe der WHO empfahl die Untersuchung des Nukleosidanalogons Remdesivir und der Proteaseinhibitoren Lopinavir und Ritonavir. Die Evidenz für Chloroquin sahen die Experten zwar als ungenügend an. Aufgrund der großen öffentlichen Aufmerksamkeit für dieses Medikament in manchen Ländern, sollen aber Daten erhoben werden.

Teilnehmende Länder an der Studie sind unter anderem Argentinien, Kanada, Frankreich, Spanien, die Schweiz und der Iran.

Ähnliche Studie in Europa

Europäische Krankenhäuser planen eine vergleichbare Studie: Discovery soll vom französischen Institut INSERM (Institut national de la santé et de la recherche médicale) koordiniert werden. Die Organisatoren wollen 3200 Patienten aus Frankreich, Deutschland, den Benelux-Staaten, Spanien, Schweden und Großbritannien untersuchen. Starten soll sie in 5 französischen Kliniken, im weiteren Verlauf in 20 weiteren europäischen Einrichtungen.2

Im Rahmen der Discovery-Studie werden die gleichen 4 Medikamente und Kombinationen analysiert wie in der WHO-Studie. Die Studie ist randomisiert und das Outcome soll nach 15 Tagen gemessen werden.

Mehr über weitere klinischen Studien zu Behandlungsoptionen lesen Sie im Beitrag “Covid-19: Wirkstoffe in ersten klinischen Studien”.

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