30. Juli 2020

Unkomplizierte Appendizitis

Bei Kindern reichen Antibiotika oft aus

Eine US-amerikanische nicht-randomisierte Interventionsstudie zeigt, dass bei unkomplizierter Blinddarmentzündung eine Antibiotikatherapie bei Kindern häufig ausreicht und weniger Einschränkungen mit sich bringt. 1,2

Lesedauer: 1 Minute

Als „unkompliziert“ gilt eine Appendizitis, wenn der Abdominalschmerz nicht länger als 48 Stunden besteht, die Leukozytenzahl unter 18.000 liegt und in der Bildgebung (Ultraschall oder CT) Ruptur, Abszess oder Fäkolithen ausgeschlossen wurden.

In die Studie wurden 1.068 Kinder mit unkomplizierter Appendizitis (im Mittel 12,4 Jahre) aus zehn US-Gesundheitszentren aufgenommen, von denen bei 370 ein nicht-operatives Vorgehen (35 %) und bei 698 (65 %) die laparoskopische Operation gewählt wurde. Bei 67,1 % der nicht-operierten Kinder war die alleinige Antibiotikatherapie erfolgreich und es musste auch im folgenden Jahr keine Appendektomie durchgeführt werden. Die Rate an komplizierten Verläufen war in beiden Gruppen gleich.

Die Kinder profitierten von dem Verzicht auf die Operation: Sie verbrachten weniger Tage mit Einschränkungen (6,6 vs. 10,9 Tage), das galt auch für ihre Betreuer. Zudem sind auch das Narkoserisiko und der Wegfall postoperativer Schmerzen nicht zu vernachlässigen, betont der Studienautor.

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