02. Juli 2019

ICD-11: Neuer Kodierschlüssel am Start

Nach 27 Jahren hat die Diagnoseverschlüsselung nach ICD-10 der WHO ausgedient und ICD-11 ist mit einer ganz neuen Struktur am Start. Bis der neue Kodierschlüssel tatsächlich in den Alltag einzieht, kann es aber noch eine Weile dauern.1

Lesedauer: 1 Minute

Viele Vertragsärzte empfinden zwar eine lange Hassliebe mit der Verschlüsselung von Krankheiten und Todesursachen nach ICD-10, das gilt insbesondere für die jährlich herausgebrachte „German Modification“ (GM). Trotzdem hat die maschinenauslesbare und weltweit standardisierte Dokumentation vieles vereinfacht und ist für die Abrechnung immer wichtiger geworden. Dass Deutschland für die Digitalisierung im Gesundheitswesen letztlich gar nicht so schlecht aufgestellt ist, liegt auch an der konsequenten Diagnoseverschlüsselung auf allen Versorgungsebenen.

6 neue Kapitel hinzugekommen

Was wird sich nun mit ICD-11 ändern? Sechs neue Kapitel sind hinzugekommen, dazu gehören

  • Kapitel 04: Krankheiten des Immunsystems,
  • Kapitel 07: Schlaf-Wach-Störungen,
  • Kapitel 17: Zustände mit Bezug zur sexuellen Gesundheit und
  • Kapitel 27: Zustände gemäß der traditionellen Medizin.

Dazu kommen die ergänzenden Kapitel X (Zusatzschlüsselnummern für die Kodierung von Schweregraden, Lokalisation und Ätiologie) und V (Ergänzender Abschnitt für die Einschätzung der Funktionsfähigkeit).

Die wichtigsten Kapitel für Hausärzte wurden weitgehend in der Struktur übernommen. Trotzdem muss man sich im Kodieralltag komplett umstellen, da die Schlüsselnummern völlig anders aussehen als bisher (Diabetes mellitus Typ 2 ohne Komplikationen wurde z.B. bisher mit „E11.-“ kodiert, in Zukunft muss es hier „5A11“ heißen.

Neue Klassifikation tritt erst 2022 in Kraft

Für die Umstellung hat man aber noch etwas Zeit: Aufgrund der höheren Komplexität der ICD-11 im Vergleich zur ICD-10 soll die neue Klassifikation erst Anfang 2022 in Kraft treten, und erst nach einer Übergangsfrist von weiteren fünf Jahren sollen tatsächlich ausschließlich mit der ICD-11 kodiert werden. Auch die mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beschlossenen Kodierrichtlinien, die 2022 kommen sollen, werden aller Voraussicht erst einmal noch auf der ICD-10 basieren.

  1. ÄrzteZeitung: ICD-11 – Neuer Diagnoseschlüssel erfordert neues Kodieren

Bildquelle: ©Getty Images/Shidlovski

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