09. April 2021

EMA

Thrombose-Fälle bei Impfstoff von Johnson & Johnson

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) prüft Fälle von Thrombosen nach einer Coronaimpfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Eine Person sei gestorben. Einer der Verdachtsfälle sei während der klinischen Studien aufgetreten. Die Behörde betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

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Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist im März von der EMA zugelassen worden und soll in den kommenden Wochen verimpft werden. Nach einer Auflistung des Gesundheitsministeriums vom 22. März erwartet Deutschland im nun laufenden zweiten Quartal rund 10 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson.

Die EMA hatte am Mittwoch bei einer erneuten Prüfung von seltenen Thrombosen-Fällen nach der Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca festgestellt, dass es einen Zusammenhang gebe. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn treten nach EMA-Angaben mit ungefähr 1 je 100 000 auf. Die EMA gab weiter uneingeschränkt grünes Licht für eine Verwendung. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die Arzneimittelbehörde.

WHO: Keine Empfehlung für Impfung mit zwei verschiedenen Vakzinen

Unterdessen spricht sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen eine Empfehlung für sogenannte Kreuzimpfungen gegen das Coronavirus aus. Es lägen noch keine ausreichenden Daten für mögliche Risiken einer ersten Impfdosis mit Astrazeneca und einem anderen Mittel als Zweitimpfung vor, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Harris bezog sich bei ihren Aussagen auf eine vorläufige Empfehlungen eines WHO-Expertengremiums von Februar.

Demnach solle vorläufig das gleiche Produkt für beide Teilimpfungen gespritzt werden. Die Experten forderten weitergehende Forschungen, um die Mischung von Vakzinen zu überprüfen. In Deutschland gibt es eine gewissen Druck, genau solche Kreuzimpfungen vorzunehmen, da seit kurzem Menschen unter 60 den Astrazeneca-Impfstoff wegen der Thrombosegefahr nicht mehr gespritzt bekommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge haben aber bereits 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten. Die Frage ist nun, wie diese Menschen ihren vollen Impfschutz bekommen, für den eine zweite Dosis nötig ist.

„Ohne ausreichende Daten über mögliche Risiken darf es keine Zweitimpfung mit anderen Impfstoffen geben”, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) indes empfiehlt, dass die Betroffenen nun nach 12 Wochen eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) bekommen. Sie hält Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und einem anderen Vakzin für unbedenklich. Und auch die Gesundheitsbehörde in Frankreich erklärte, alle mit Astrazeneca Geimpften unter 55 Jahren sollten eine zweite Dosis eines anderen Vakzins erhalten.

1. Deutsche Presseagentur, 09.04.2021

Bild: Wikipedia, Ceescamel

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