04. August 2020

Selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz: Zwei Stofflagen sind besser als eine

Man sieht sie heute überall: Bunte, oft selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckungen aus alten T-Shirts oder Bettlaken in Ermangelung medizinisch getesteter chirurgischer Schutzmasken. Wie sicher ist ein solcher Mund-Nase-Schutz aber wirklich?1

Lesedauer: 1 Minute

Australische Wissenschaftler haben dazu – angesichts der zweiten Coronawelle in ihrem Land – Visualisierungsexperimente gemacht, die nun in der Fachzeitschrift Thorax veröffentlicht wurden. Mit einer Highspeed-Kamera vor einem LED-beleuchtetem dunklen Hintergrund verfolgten sie den Weg der Aerosole bei Anwendung von zwei Do-it-yourself-Masken und einer chirurgischen Maske. Die beiden selbst hergestellten Masken bestanden aus einer oder zwei Lagen Stoff, der bei einer Fadendichte von 170 Fäden pro Quadratzoll eine Dichte von 175 g/m2 hatte. Zum Vergleich wurde eine handelsübliche dreilagige chirurgische Maske herangezogen.

Die Probanden wurden unter ihren jeweiligen Masken aufgefordert, laut bis zehn zu zählen, zu husten und zu niesen. Schon beim Sprechen wurden Aerosole sichtbar, die sich beim Husten verstärkten. Am ausgeprägtesten waren die Aerosolwolken beim Niesen.

Eines wurde schnell deutlich: Auch eine nur einlagige selbstgemachte Maske ist besser als gar kein Gesichtsschutz. Durch die zweite Stoffschicht wird auch eine Verringerung der Aerosolwolke beim Husten und Niesen erreicht. An die Effektivität der dreilagigen chirurgischen Masken reichen die selbstgenähten Stoffmasken aber nicht heran – hier wird die Aerosolwolke beim Niesen noch deutlich stärker reduziert.

Die Zahl der Lagen scheint also ein wichtiger Qualitätsfaktor beim Mund-Nase-Schutz zu sein. Auch die Art des verwendeten Stoffes spielt wahrscheinlich eine Rolle. Über die tatsächliche Effektivität beim Schutz vor Infektionen anderer Personen kann diese Visualisierungsstudie aber keine Auskunft geben.

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