06. Dezember 2020

SARS-CoV-2-Antikörper aus Muttermilch als neue Therapieoption?

Muttermilch von Frauen mit überstandener SARS-CoV-2-Infektion enthält robuste Spiegel von Antikörpern gegen die Corona-Viren, wie US-Forscher zeigen konnten. 1 Dies könnte nicht nur für den Schutz der Neugeborenen von Interesse sein, sondern möglicherweise auch für therapeutische Zwecke genutzt werden.

15 Milchproben untersucht

Die Wissenschaftler untersuchten 15 Milchproben von Frauen, die vier bis sechs Wochen vorher entweder eine bestätigte (n=8) oder eine sehr wahrscheinliche (n=7) Covid-19-Infektion durchgemacht haben. Getestet wurde auf spezifische Antikörper, die an das SARS-CoV-2-Spikeprotein binden (iScience (2020); 23 (11): 101735).

Spike-spezifische IgA-Antikörper in allen Proben

In allen 15 Proben konnten Spike-spezifische IgA-Antikörper nachgewiesen werden, die sich zu 80 % gegen die Rezeptor-bindende Domäne (RBD) richteten. Etwa ein Drittel der Proben enthielt nur IgA-Antikörper, ein weiteres Drittel, zusätzlich auch IgM- und IgG-Antikörper und 25 % IgA- plus IgG-Antikörper. Bei 8 % fand man die Kombination von IgA- und IgM-Antikörpern.  

Weitere Untersuchungen nötig

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich in der Muttermilch nach durchgemachter Covid-19-Infektion eine robuste IgA-betonte Antikörperreaktion nachweisen lässt. Ob dies ausreicht, die Neugeborenen zu schützen oder vielleicht sogar therapeutisch genutzt werden kann, muss weiter untersucht werden.

1. Fox A et al; Robust and Specific Secretory IgA Against SARS-CoV-2 Detected in Human Milk; iScience (2020); 23 (11): 101735; DOI: https://doi.org/10.1016/j.isci.2020.101735.

Bildquelle: © GettyImages/Reptile8488

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