05. Januar 2020

Ruhestand abgeblasen – Neustart als angestellte Ärztin im MVZ

Mit 69 Jahren wollte eine Hausärztin in Baden Württemberg eigentlich in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Nach Protesten von Patienten, die ihre hausnahe Versorgung gefährdet sahen, hat sie aber noch mal durchgestartet – von Bürokratie befreit als angestellte Ärzte im MEDI-MVZ.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Gleich zwei erfahrene Hausärzte wollten in Schopfheim (Landkreis Lörrach) ihren Beruf aus Altersgründen an den Nagel hängen – die entsprechenden Kassenzulassungen waren schon zum 31. Dezember zurückgegeben. Zwei Jahre lang hatte die Ärztin vergeblich nach einem Nachfolger für ihre Praxis mit zuletzt 2500 Scheinen im Quartal gesucht. Damit hätten dann 5.000 Bürger vor Ort ohne hausärztliche Versorgung dagestanden, was zu großer Aufregung bei den Patienten führte.

Die KV Baden-Württemberg (KVBW) trat an MEDI heran, ob der Ärzteverbund nicht ein Freiberufler-MVZ etablieren könne, das sich schon an mehreren anderen Standorten im Südwesten bewährt hat. Dann ging alles ganz schnell. MEDI übernimmt per Geschäftsbesorgungsvertrag alle administrativen Aufgaben im MVZ – und die Hausärztin vertagte ihren Ruhestand. Am 7. Januar 2020 startet das neue MVZ, vorübergehend in den alten Praxisräumen.

Die Hausärztin arbeitet dann – nach mehr als drei Jahrzehnten in eigener Praxis – als Angestellte. Für sie bedeutet das, dass sie nicht mehr für Personalmanagement, Abrechnung und Praxis-IT verantwortlich ist – all dies läuft künftig über MEDI. So kann sie sich ausschließlich auf die eigentlichen Sprechstunden konzentrieren. Dieses Konzept lockt offenbar auch den Nachwuchs an: Insgesamt konnten für das MVZ zwei weitere Ärzte sowie drei Ärztinnen in Weiterbildung gewonnen werden. Der alte Status Quo der Versorgung kann so weiter garantiert werden.

Freiberufler-MVZ sind so angelegt, dass die dort angestellten Ärzte sich entweder an der Trägerorganisation beteiligen – also Mitbesitzer werden – oder das MVZ auch in Eigenregie übernehmen können, erläutert MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner. Als „Hybrid-Ärzte“ können die Kollegen dann sowohl angestellt, als auch selbstständig in der Praxis oder im MVZ tätig sein.

  1. Ruhestand vertagt, Versorgung gesichert – Hausärztin bläst Ruhestand ab; ÄrzteZeitung; 18.12.2019.

Bildquelle: © gettyImages/eggeeggjiew

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