28. März 2019

Paracetamol in der Schwangerschaft: Doch kein erhöhtes Asthmarisiko?

In einer Reihe von Studien wurde zwar eine Assoziation zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und einem erhöhten Asthmarisiko beobachtet. Das Schmerzmittel selbst scheint aber nicht unbedingt der Grund zu sein, wie eine neue Studie aus Schweden jetzt nahelegt. 1,2

Im Rahmen der im „The European Respiratory Journal“ veröffentlichten Studie wurden Registerdaten aus Schweden von 492.999 Müttern und ihren Kindern hinsichtlich der Verordnungen für verschiedene Schmerzmittel während der Schwangerschaft und den Raten der Asthmadiagnosen bei den Kindern analysiert.

Zwar zeigte sich auch hier wieder ein erhöhtes Asthmarisiko nach Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft (relativer Risikoanstieg um 50 Prozent bei Fünfjährigen). Ein erhöhtes Asthmarisiko wurde aber ebenfalls bei der Verordnung von Opioiden wie Codein oder Tramadol (42 Prozent) und Migränemitteln (48 Prozent) beobachtet.

Da diese Schmerzmittel sehr unterschiedliche Wirkmechanismen aufweisen, halten es die Forscher für unwahrscheinlich, dass die Arzneistoffe als solche für das erhöhte Asthmarisiko bei den exponierten Kindern verantwortlich sind. Vielmehr könnte ein anderer, bislang nicht berücksichtigter Faktor das erhöhte Asthmarisiko erklären.

Dies könnten zum Beispiel chronische Schmerzen sein, die überhaupt erst Anlass zur Verordnung des Analgetikums während der Schwangerschaft waren. Schmerzen gehen immer auch mit Stress einher und es gebe auch Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Stress während der Schwangerschaft und einem erhöhten Asthmarisiko. Dies würde dann eher für ein gutes Schmerzmanagement einschließlich der Gabe von Paracetamol bei Schwangeren sprechen, schreiben die Autoren.

1. Shaheen SO et al; Prescribed analgesics in pregnancy and risk of childhood asthma; Eur Respir J (2019); pii: 1801090. doi: 10.1183/13993003.01090-2018.

2. Daniela Hüttemann, Asthma-Risiko Entwarnung für Paracetamol während der Schwangerschaft. Pharmazeutische Zeitung, 19.03.2019.

Bildquelle: © istock.com/tonefotografia

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