24. November 2019

Vitamin D und Fischöl können die Niere bei Typ-2-Diabetes nicht schützen

In Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D wurde auch bei Typ-2-Diabetes viel Hoffnung gesetzt. Die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Interventionsstudie waren allerdings enttäuschend: Weder die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure noch Vitamin D konnten die Entwicklung oder das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz bei Diabetikern verhindern.1,2

Lesedauer: 1 Minute

In einer Reihe von epidemiologischen Studien war der Mangel an Vitamin D oder Omega-3-Fettsäuren bei Diabetikern mit einem beschleunigten Rückgang der eGFR und dem Auftreten einer Albuminurie verbunden. Auch in Tierversuchen verminderten Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren histologische Merkmale der diabetischen Nephropathie.

In der VITAL-DKD-Studie („Vitamin D and Omega-3 Trial to Prevent and Treat Diabetic Kidney Disease“) sollte bestätigt werden, dass eine Supplementierung mit Cholecalciferol (2000 IE/Tag) und/oder mit den Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure (1 g/Tag) der Nierenschädigung entgegen wirkt. An der Studie nahmen 1.312 Patienten mit einem Typ-2-Diabetes teil, die anfangs noch eine relative gute Nierenfunktion aufwiesen (mittlere eGFR 85,8 ml/min/1,73m2).

Im Verlauf der 5-jährigen Studie fiel die mittlere eGFR auf 73,5 ml/min/1,73m2. Dieser erhebliche Verlust an Nierenfunktion konnte weder durch die Einnahme von Vitamin D noch durch die Einnahme der Fischölkapseln aufgehalten werden – die Unterschiede zur Placebogruppe waren nicht signifikant.

Ganz ohne Nebenwirkungen waren die Supplemente dabei nicht: Unter der Einnahme von Vitamin D kam es etwas häufiger zu Nierensteinen (32 versus 26 Fällen in der Placebogruppe) und unter Omega-3-Fettsäuren traten häufiger Magen-Darm-Blutungen auf (28 versus 17 Fälle).

Aufgrund der Ergebnisse kann Diabetikern nicht zur Einnahme der beiden Nahrungsergänzungsmittel geraten werden, so das Fazit der Autoren.

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