16. Dezember 2019

Manuka-Honig im Netzimplantat hemmt Keimwachstum

Operativ implantierte Netze – z.B. bei Leistenhernien – bergen aufgrund der möglichen Biofilmbildung immer ein erhöhtes Infektionsrisiko. Mit winzigen Mengen Manuka-Honig lässt sich das möglicherweise reduzieren. 1-3

Lesedauer: 1 Minute

Honig wurde schon in der Antike zur Behandlung infizierter Wunden eingesetzt. Die bakterienabtötenden Eigenschaften werden vor allem auf die Freisetzung von Wasserstoffperoxid zurückgeführt. Nach einer Untersuchung aus den 90er Jahren ist Manuka-Honig die einzige Sorte, die ebenfalls den antimikrobiellen Stoff Methylglyoxal enthält.

Britische Forscher haben jetzt ein Netzimplantat hergestellt, in dem sich acht Schichten Manuka-Honig mit acht Schichten eines Polymers abwechseln. Dabei ist jede Schicht 10-20 Nanometer dick. Elektrostatische Ladungen sorgen für eine langsame Freisetzung des Honigs, da eine zu hohe Konzentration wiederum zytotoxisch wirkt.

Mit diesem Honignetz konnte das Wachstum von Staphylokokkus aureus und Staphylokokkus epidermidis signifikant gehemmt werden. Außerdem konnten menschliche Fibroblasten und Endothelzellen auf den Honignetzen besser proliferieren als auf Kontrollnetzen, in die kein Honig eingewoben war. Auf Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa hatte das Honignetz jedoch keinen Einfluss.

Die Forscher hoffen, dass sich solche Netze in Zukunft bewähren könnten – insbesondere angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen.

  1. Elena Mancuso et al; Potential of Manuka Honey as a Natural Polyelectrolyte to Develop Biomimetic Nanostructured Meshes With Antimicrobial Properties; Front. Bioeng. Biotechnol  (2019); DOI: https://doi.org/10.3389/fbioe.2019.00344
  2. ScienceDaily: Manuka honey ‘sandwich’ could be key to fighting infections. 04.12.2019
  3. aponet.de: OP-Infektionen mit Honig verhindern? 04.12.2019

Bildquelle: © Getty Images/profeta

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