17. März 2021

Covid-19

RKI: Inzidenzen bei Kindern steigen stark

Erst war es eine Seitwärtsbewegung, mittlerweile steigt die Kurve deutlicher: Der Pandemieverlauf in Deutschland nimmt wieder Fahrt auf. An mehreren Orten macht das RKI zunehmend Fallhäufungen aus.

Lesedauer: 2 Minuten

Die Corona-Lage in Deutschland verschlechtert sich weiter. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut 13 435 Neuinfektionen, wie aus RKI-Daten vom Mittwoch hervorgeht.

Im Vergleich zum Wert von vor einer Woche ist das ein deutlicher Zuwachs um rund 47 Prozent. Damals fehlten Angaben aus Hamburg, die sich pro Tag im dreistelligen Bereich bewegen. Auch mit diesen Zahlen wäre der Zuwachs erheblich.

Mehr Ansteckungen in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz

Neben Ansteckungen in Privathaushalten seien Häufungen in Kitas, Schulen und beruflichem Umwelt für die Entwicklung mitverantwortlich, wie aus dem Lagebericht des RKI hervorgeht. Oft könne aber kein konkreter Ansteckungsort ermittelt werden.

Stärkster Anstieg der Inzidenzen bei klenen Kindern

Am höchsten sind die Inzidenzen derzeit laut RKI-Lagebericht bei den Menschen zwischen 15 und 44 mit Werten über 100. „Der stärkste Anstieg ist bei Kindern zwischen 0 und 14 Jahren zu beobachten, wo sich die 7-Tage-Inzidenzen in den letzten vier Wochen verdoppelt haben“, stellt das RKI fest. Kleine Kinder haben bei Corona-Infektionen häufig keine Symptome und wurden oft nicht getestet, deshalb vermuteten Experten seit Pandemiebeginn eine recht hohe Dunkelziffer in dieser Gruppe.

Am 22.Februar waren in einer Reihe von Bundesländern weitere Grundschulen und Kitas geöffnet worden, teils zum Beispiel mit sogenanntem Wechselbetrieb und verbunden mit mehr Testangeboten. RKI-Chef Lothar Wieler hatte bereits in der Vorwoche von einer wachsenden Zahl an Kita-Ausbrüchen gesprochen. Das RKI bezifferte deren Zahl auf je 87 pro Woche in den letzten beiden Februarwochen.

RKI-Empfehlungen für Kinder mit Covid-19

Um einen „möglichst kontinuierlichen Betrieb“ in Schulen und Kitas gewährleisten zu können, müssten alle Maßnahmen zur Vorbeugung von Ansteckungen getroffen werden, betont das RKI. Zudem gelte es die Einschleppung des Virus in die Einrichtungen zu verhindern.

Familien und Beschäftigte ruft das RKI zum weiteren Einhalten der Verhaltensregeln auf, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Bei Krankheitsanzeichen solle man fünf bis sieben Tage zu Hause bleiben.

Bei Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen empfiehlt das RKI, „eine frühzeitige reaktive Schließung der Einrichtung“ zu erwägen. Die Experten verweisen auf die ansteckenderen Corona-Varianten. Eine weitere Ausbreitung in der Kita oder in Familien gelte es zu verhindern.

Das RKI dringt außerdem darauf, Infektionsschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz konsequent umzusetzen.

Kinder könnten häufiger durch kreuzprotektive Antikörper vor Covid-19 geschützt sein: Kinder scheinen eine Infektion mit SARS-CoV-2 besonders gut wegzustecken und haben oft nur leichte oder gar keine Symptome. Einer der Gründe dafür könnte laut einer Studie in Science sein, dass sie häufiger als Erwachsene Antikörper gegen andere Coronaviren aufweisen, die nur harmlose Erkältungen auslösen. Zum Beitrag >>

Britische Corona Variante breitet sich aus

In Deutschland breitet sich insbesondere die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7 stark aus, was das RKI als besorgniserregend einstuft. Diese Variante gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen, ersten Studien zufolge ist sie auch tödlicher.

Der Virologe Christian Drosten sprach bei NDR-Info am Dienstag davon, dass diese Variante inzwischen einen Anteil von drei Vierteln an den positiven Fällen ausmache. Für die erwartete Entwicklung der Pandemie bedeutet das nichts Gutes: „Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, sagte Drosten.

1. dpa; 17.03.2021.
2. RKI Dashboard: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page

Titelbild: © Getty Images/Drazen Zigic
Bild: © Getty Images/FamVeld

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