13. Mai 2019

Thujas können für Kinder lebensgefährlich sein

Der Lebensbaum (Thuja occidentalis) ist aufgrund seines schnellen Wachstums eine beliebte Heckenpflanze – man findet sie in Gärten, Grünanlagen und auch auf Spielplätzen. Für Kinder kann die Pflanze aber zur tödlichen Gefahr werden und auch Schwangere sollten die Finger davon lassen.1

Lesedauer: 1 Minute

Auf dem 60. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie wurde der Fall eines elf Monate alten Jungen geschildert, den die Eltern mit blutig-schleimigem Husten vorstellten. Bei der Bronchoskopie zeigte sich nicht nur eine ausgeprägte Entzündung in den Bronchien – die Ärzte vom Olgahospital in Stuttgart fanden auch ein 1 cm langes Pflanzenteil des Lebensbaumes im Hauptbronchus.

Nach Prednisongabe bildeten sich die Symptome zurück – es hätte aber auch schlimmer ausgehen können. Bei Ingestion oder Aspiration von Teilen des Zypressengewächses kann es zu Haut- und Schleimhautreizungen, Pruritus, gastrointestinalen Krämpfen, Diarrhö und Erbrechen kommen. Bei hohen Dosen drohen auch Lähmungen, Leber- und Nierenschäden, Krampfanfälle und Tod. Nach versehentlicher Einnahme sollte eine reichliche Flüssigkeitszufuhr erfolgen und das Gift entfernt oder mit Kohle absorbiert werden.

Die Autoren empfehlen die giftigen Thuja-Hecken nur mit Handschuhen zu schneiden und das Schnittgut sorgfältig und kindersicher zu entfernen. Schwangere sollten einen Bogen um die Hecken machen, da die Pflanze nicht nur für die werdende Mutter giftig ist, sondern die darin enthaltenen Monoterpene auch zu Fehlgeburten führen können. Die Bepflanzung mit dem Lebensbaum sollte in allen Bereichen, die Kindern zugänglich sind, vermieden und die Eltern entsprechend aufgeklärt werden.

1. Medical Tribune: Lebensbaum für Kinder gefährlich!

Bild: © iStock.com/MariuszBlach

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