22. Juli 2019

„Red Flags“ bei Kopfschmerz: Diese Patienten sofort einweisen

Bei 99 % der Kopfschmerzen handelt es sich nicht um lebensbedrohliche Erkrankungen, sondern zumeist um primäre Kopfschmerzarten wie Spannungskopfschmerz oder Migräne. Bei einigen Alarmzeichen muss man aber sofort hellhörig werden und die Patienten schnell in die nächste Klinik oder zur weiteren Abklärung zum Spezialisten schicken. 1,2

Lesedauer: 1 Minute

Patienten umgehend einweisen

Bei diesen sogenannten „Red Flags“ sollten die Patienten umgehend in die nächste geeignete Klinik eingewiesen werden, ggf. auch mit dem Notarztwagen. Dazu gehören

  • Donnerschlagkopfschmerz: plötzlicher Beginn, maximale Intensität, meist okzipital/nuchal, ggf. mit neurologischen Ausfällen (Verdacht auf Subarachnoidalblutung)  
  • Kopfschmerzen mit Fieber und Meningismus (V.a. Meningitis, Hirnabszess)
  • Kopfschmerzen mit auffälligen neurologischen Befunden (V.a. Hirnblutung, Sinusvenenthrombose, arterielle Dissektion, ischämischer Schlaganfall, Malignom etc)
  • Kopfschmerzen in Kombination mit gerötetem Auge, extrem hartem Bulbus und weiter, lichtstarrer Pupille (akuter Winkelblock mit Glaukom)

Vorstellung in der Klinik innerhalb von 24 Stunden

Weitere „Red Flags“, bei denen die Patienten zumindest innerhalb von 24 Stunden im Krankenhaus vorgestellt werden sollten:

  • Verdacht auf Arteriitis temporalis
  • atypische Migräne oder verlängerte Aura
  • begleitende Verhaltensänderung
  • begleitende relevante Systemerkrankung (Immunsuppression, Krebs, HIV)
  • zusätzlich Erbrechen ohne andere Ursache

Yellow Flags: Abklärung empfehlenswert, aber nicht dringlich

Darüber hinaus gibt es Konstellationen, bei denen eine weitere Abklärung empfehlenswert, aber nicht unbedingt dringlich ist („Yellow Flags“). Dazu gehören z.B. Kopfschmerzen bei Infekten der oberen Atemwege, Hypothyreose, zervikogene Schmerzen, Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch, lageabhängige Kopfschmerzen oder auffällige Befunde bei der Untersuchung von Kiefer/Zähnen, Augen oder Nebenhöhlen.

1. Carmienke S, et al; Triage bei Kopfschmerz in der Hausarztpraxis: Wann einweisen? Dtsch Med Wochenschr 2019; 144: 651-658; DOI: 10.1055/a-0759-8052
2. Ruchalla E. Kopfschmerz: Wann die Überweisung zum Spezialisten lebensnotwendig ist. Medical Tribune

Bildquelle: © Getty Images/PeopleImages

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