25. Juli 2019

Hitze im Rettungswagen kann Medikamente unbrauchbar machen

Extremwetterlagen mit großer Hitze stellen auch eine Herausforderungen für den Rettungsdienst dar. Die im Rettungswagen vorgehaltenen Medikamente dürfen nicht bei Temperaturen deutlich über 25 °C gelagert werden, die in heißen Sommern leicht überschritten werden.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Die auf der Umverpackung angegebenen Lagerungstemperaturen sind auch im Rettungswagen trotz möglicher Temperatursprünge beständig einzuhalten, heißt es in einem Artikel in der Zeitschrift „Der Notarzt“. Bei fehlenden Lagerungshinweisen gilt die 25 °C-Grenze als Zielwert, der aber kurzfristig überschritten werden darf. Grundsätzlich muss aber eine Lagerung unterhalb einer Temperatur von 25 Grad Celsius möglich sein, erforderlichenfalls ist zu klimatisieren, heißt es in der Apothekenbetriebsordnung, die auch im Rettungswagen gilt.

Betroffene Medikamente sind vor Ablauf des Verfallsdatums zu entsorgen

Besonders kritisch bei höheren Temperaturen sind Zäpfchen, die in der Hitze leicht ihre Form verlieren und dann schwerer einzuführen sind. Bei Emulsionen, Cremes und Salben kann es zu einer Phasentrennung kommen. Solche Medikamente müssen dann auch vor Ablauf des Verfallsdatums entsorgt werden.

Für Kühlware (Kühlschrank 2–8 °C) muss zusätzlich die Einhaltung der Kühlkette beim Transport vom Hersteller zum Endnutzer gewährleistet sein. Minusgrade sind für die meisten Arzneimittel unkritisch. Ausnahmen sind Injektabilia und Infusionen, die bei Temperaturen unter 0 °C einfrieren können. Dies kann zu Trübungen und Ausflockungen der sonst klaren Lösungen und zu Haarrissen im Glas mit Verlust der Sterilität oder im Extremfall zu Glasbruch führen.

Temperaturlogger können Medikamentenzustand anzeigen

Will man wissen, ob und wie lange extreme Temperaturen auf Arzneimittel eingewirkt haben und ob diese ggf. auszusondern und zu entsorgen sind, sind sogenannte Temperaturlogger wertvolle Entscheidungshilfen. Dies sind mobile batteriebetriebene Temperaturmesseinheiten, die in bestimmten Zeitintervallen die Temperatur der Luft oder eines Mediums misst, und die Werte entweder speichert oder über einen Sender an einen Datenspeicher überträgt.

Damit lässt sich der einwandfreie Zustand der Arzneimittel in Bezug auf die Lagerungstemperatur gut dokumentieren, was auch für eine eventuelle Rücknahme durch den pharmazeutischen Versorger wichtig sein kann.

1. Klimawandel im Rettungsdienst – Arzneimittel für die Tonne? Müller, Michael. In: Der Notarzt; 2019.

Titelbild: © Getty Images/huettenhoelscher

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