12. Januar 2020

Intervallfasten: Das ist der beste Rhythmus

Intervallfasten erfreut sich zurzeit großer Beliebtheit. Eine aktuelle Studie fand nun heraus, dass eine tägliche Fastenzeit von 14 Stunden eine Reihe von Risikofaktoren deutlich reduziert und auf Dauer gut durchhaltbar ist. 1

Lesedauer: 2,5 Minuten

Das Team um Michael Wilkinson aus San Diego (USA) hat nun in einer kleinen Studie untersucht, ob und inwiefern Patienten mit metabolischem Syndrom vom Intervallfasten profitieren. Dabei wollten die Forscher die präklinische Beobachtung bestätigen, dass ein Zeitfenster zum Essen von 10 Stunden am Tag dauerhaft eingehalten werden kann.

Alle Probanden hatten ein metabolisches Syndrom

Sechs Frauen und 13 Männer, die mindestens drei Kriterien des metabolischen Syndroms erfüllten, gingen in die Auswertung der Studie ein. Das mittlere Alter lag bei 59 Jahren (SD ±11,14), der mittlere BMI lag bei 33 kg/m² (SD ± 4,8). Von den 19 Teilnehmern nahmen 16 ein Medikament ein, bei den meisten handelte es sich dabei um Statine und/oder Antihypertensiva. Zwölf Teilnehmer hatten einen erhöhten Nüchternblutzucker, im Mittel 107 mg/dL (SD ±16,6), oder einen erhöhten HbA1c, im Mittel 5,9% (SD ±0,41). Eingeschlossen wurden nur diejenigen Teilnehmer, bei denen zwischen der ersten und der letzten Mahlzeit des Tages mehr als 14 Stunden vergingen.

Mahlzeitenerfassung mit mobiler App

Zwei Wochen lang aßen die Teilnehmer normal, um die Ausgangswerte für Essenszeiten und Kalorienaufnahme zu dokumentieren. Darauf folgten zwölf Wochen, in denen die Probanden während zehn Stunden aßen und 14 Stunden lang fasteten. Die zeitliche Einteilung war den Teilnehmern freigestellt. Während der gesamten Untersuchungszeit gaben sie ihre Mahlzeiten in eine mobile App ein und beantworteten darin noch weitere Fragen.

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Gewichtsverlust und verbesserter Schlaf

In den zwölf Wochen nahmen die Teilnehmer dennoch knapp 9% weniger Kalorien zu sich, was etwa 200 Kalorien pro Tag weniger waren. Subjektiv fühlten die Probanden sich am Morgen nach dem Aufstehen besser ausgeruht. Das Körpergewicht der Teilnehmer sank im Schnitt um 3 kg, der BMI sank um einen Punkt und der Taillenumfang verringerte sich um ganze 4,5 cm.

Starke Verbesserung der Cholesterinwerte

Schließlich sanken auch das Gesamtcholesterin sowie LDL und non-HDL-Cholesterin signifikant um respektive 13 mg/dL, 12 mg/dL und 11,6 mg/dL und damit stärker, als durch den Gewichtsverlust zu erwarten war. Auch der Blutdruck sank deutlich, systolisch um 5 mmHg und diastolisch um 6,4 mmHg. Der HbA1c-Wert sank im Mittel um 0,22 Prozentpunkte bei denjenigen Teilnehmern mit erhöhtem Nüchternblutzucker bzw. hohem HbA1c bei Baseline.

Gute Compliance

Insgesamt hielten die Probanden die zwölf Diätwochen gut durch. Im Vergleich zu anderen Zeitintervallen scheinen also 10-Stunden-Fenster weniger Beschwerden zu verursachen. Bei kürzeren Zeitfenstern kam es in Studien, wenn auch nicht allzu häufig, zu Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Müdigkeit. Auch interferieren größere Zeitfenster weniger mit dem Sozialleben und dem (Arbeits-)Alltag.

  1. Wilkinson MJ et al. Ten-Hour Time-Restricted Eating Reduces Weight, Blood Pressure, and Atherogenic Lipids in Patients with Metabolic Syndrome. Cell Metab, 31 (1), 92-104.e5. 2020 Jan 7

Bildquelle: © Getty Images/Rocky89

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