12. September 2020

Herzinfarkt mit Smartwatch nachweisen 

Dass moderne Smartwatches wie die Apple Watch mittels elektronischer Sensoren ein brauchbares 1-Kanal-EKG zum Nachweis von Vorhofflimmern liefern können, ist schon länger bekannt. Aber auch zur Diagnose eines Herzinfarkts in Notfallsituationen könnte die „Uhr“ hilfreich sein – zumindest in der Hand von Ärzten und Notfallhelfern.1

Lesedauer: 1 Minute

Auf dem ESC-Kongress 2020 stellten italienische Wissenschaftler dazu die SMARTAMI-Studie vor. Hier wurde gezeigt, dass sich mit der Smart Watch ohne weitere Hilfsmittel durchaus auch ein Mehrkanal-EKG ableiten lässt, auf dem sich ST-Strecken-Veränderungen relativ zuverlässig erkennen lassen.

Dazu muss die Uhr an unterschiedlichen Stellen platziert werden: Für die Ableitung Einthoven I verbleibt die Uhr an linken Handgelenk und der Zeigefinger der rechten Hand liegt auf der Krone, für Einthoven II und III liegt die Uhr auf dem linken Unterbauch und der rechte (II) oder linke (III) Zeigefinger wird auf die Krone gelegt, für die Ableitungen V1 bis V6 wird die Uhr an verschiedenen Stellen des Brustkorbs platziert, mit dem rechten Zeigefinger an der Krone. Dies soll der Patient nicht selbst tun – die Anwendung ist für Ärzte oder Notfallhelfer gedacht.  

In der SMARTAMI-Studie wurde bei 54 STEMI- und 27 NSTEMI-Patienten sowie 19 gesunden Kontrollpersonen das 9-Kanal-EKG der Uhr mit einem konventionellen 12-Kanal-EKG verglichen. Für ST-Hebungen beim STEMI kam man dabei auf eine Sensitivität von 93 % und eine Spezifität von 95 %, bei NSTEMI-typischen ST-Veränderungen auf 94 % bzw. 92 %. Der Korrelationskoeffizient Cohen’s Kappa lag bei 0,65, wobei Werte über 0,6 als substanzielle Übereinstimmung gelten.

Die Methode könnte in Situationen ohne sofortigen Zugang zu einem konventionellen 12-Kanal-EKG von großer Bedeutung für die Abklärung eines akuten Koronarsyndroms sein.

  1. Herzinfarkt per Smartwatch diagnostizieren; Ärztezeitung; 01.09.2020.

Bildquelle: © gettyImages/DragonImages

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